Surrey Police eröffnen Strafverfahren nach Angaben in Epstein‑Akten
Zwei Frauen meldeten sich nach Veröffentlichung von DoJ‑Unterlagen und sagten, in den Epstein‑Akten erwähnt zu sein; die Surrey Police untersuchen mutmaßliche Missbrauchsfälle aus den 1980er und 1990er Jahren.
- Kinderschutzteam leitet Ermittlungen zu nicht‑aktuellen Vorwürfen
- bislang keine Festnahmen oder Befragungen von Verdächtigen.
Nach Angaben der Surrey Police haben sich zwei Frauen gemeldet und erklärt, in den von US‑Behörden veröffentlichten Jeffrey‑Epstein‑Unterlagen als Betroffene genannt zu sein. Die Behörde kündigte daraufhin die Einleitung einer strafrechtlichen Untersuchung zu nicht‑aktuellen Vorwürfen von Kindesmissbrauch an. Die ersten Aussagen seien bereits aufgenommen worden, teilte die Polizei mit.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen zwei separate Sachverhalte mit zeitlicher Zuordnung in die 1980er und 1990er Jahre. Ein Bericht bezieht sich demnach auf Vorfälle in Surrey und Berkshire, die Mitte der 1990er Jahre bis etwa 2000 datiert werden, der andere auf mutmaßliche Taten in West‑Surrey in den mittleren bis späten 1980er Jahren. Spezialisten des Kinderschutzteams führen die Ermittlungen und koordinieren die weitere Spurensuche.
Nach dem Schritt, die Akten des US‑Justizministeriums öffentlich gemacht zu sehen, hatte die Surrey Police mehrere Monate geprüft, ob eine formelle Strafverfolgung notwendig sei. Im Februar hatte die Behörde landesweit um Hinweise gebeten; diese Aufforderung hatte mehrere Meldungen zur Folge, von denen zwei offenbar von Frauen stammten, die sich in den Dokumenten wiedererkannten. Nach Sichtung der eingegangenen Informationen entschied die Leitung, ein offizielles Verfahren zu eröffnen.
Zugleich betonten die Ermittler, dass bislang niemand als Verdächtiger verhört wurde und es keine Festnahmen gegeben habe. Die Polizei suche aktiv nach Beweisen, die die erhobenen Anschuldigungen belegen oder entkräften könnten, und arbeite dabei eng mit entsprechend spezialisierten Einheiten zusammen. Die Priorität liege auf dem Schutz der mutmaßlichen Opfer und einer sorgfältigen Beweisführung.
Unterdessen haben die Veröffentlichungen der Epstein‑Akten in Großbritannien bereits mehrere Polizeikräfte zu Prüfungen veranlasst; Surrey bezeichnete seine Untersuchung als die erste britische Strafuntersuchung, die sich explizit mit mutmaßlichen sexuellen Übergriffen an Frauen im Zusammenhang mit den Akten befasst. Weitere Maßnahmen zur Koordination und zur Abklärung möglicher Verbindungen mit anderen laufenden Ermittlungen werden innerhalb nationaler Polizeistrukturen abgestimmt.