Tausende demonstrieren in Texas gegen geplante Grenzmauer durch Big Bend
Mehr als 2.000 Menschen versammelten sich am Texas State Capitol in Austin, um gegen Pläne für eine Stahlbarriere durch Teile des Big Bend Nationalparks zu protestieren.
Nach Angaben von Teilnehmern und lokalen Medien versammelten sich am Samstag über 2.000 Menschen auf den Stufen des Texas State Capitol in Austin, um gegen Pläne für eine Stahlbarriere durch Abschnitte des Big Bend Nationalparks zu protestieren. Die Kundgebung zog Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern an und machte deutlich, dass die Ablehnung des Vorhabens über parteipolitische Grenzen hinausgeht.
Nach dem Schritt, Karten des US-Zolls und der Grenzschutzbehörde öffentlich wurden, die mögliche Trassen einer Stahlbollard-Mauer durch Teile des Big Bend Nationalparks und den angrenzenden Big Bend Ranch State Park zeigten, wuchs der Widerstand. In den Monaten zuvor hatte das Innenministerium Erleichterungen bei Umwelt- und Kulturschutzprüfungen verfügt, um Bauprojekte zu beschleunigen; Kritiker sehen darin einen Eingriff in bestehende Schutzmechanismen für öffentliche Ländereien.
Zugleich machten sowohl progressive als auch konservative Stimmen deutlich, dass es sich um ein selteneres Feld parteiübergreifender Übereinstimmung handelt. Der republikanische Ex-Landekommissar Jerry Patterson führte die Menge in einem gemeinsamen Slogan gegen die Mauer an, während der rechtsgerichtete Kandidat Brandon Herrera die Opposition als weitreichend einhellig beschrieb. Teilnehmende hoben die Bedeutung des Parks für Tourismus, Freizeitnutzung und lokale Identität hervor.
Unterdessen warnten Wissenschaftlerinnen, Kulturvertreter und Anthropologinnen vor konkreten Schäden: Experten sehen Gefährdungen für Arten wie Dickhornschafe und Schwarzbären, die Flusszugänge benötigen, ebenso wie die Bedrohung hunderter prähistorischer Felsmalereien. Die Anthropologin Carolyn Boyd bezeichnete zahlreiche Felskunststellen als heilige Orte und ›Bibliotheken menschlicher Wissensspeicherung‹, die für indigene Gemeinschaften weiterhin Bedeutung hätten. Demonstrierende fordern nun, alternative, weniger einschneidende Maßnahmen zur Grenzsicherung zu prüfen und den Schutz von Naturräumen sowie kulturellem Erbe zu priorisieren.