Trump vergleicht Keir Starmer mit Neville Chamberlain und kritisiert britische Zurückhaltung im Iran-Konflikt
Bei einer Ostermontagsveranstaltung am Weißen Haus zog US‑Präsident Donald Trump eine historische Parallele, um Keir Starmer wegen dessen Weigerung zu offensiven Einsätzen gegen Iran zu verspotten.
- Trump imitierte Starmer, warf ihm Appeasement vor
- die britische Regierung bekräftigte, sie werde sich nicht an Offensive beteiligen.
Nach Angaben von Augenzeugen und Tonaufnahmen hat US‑Präsident Donald Trump den britischen Premierminister Keir Starmer mit dem früheren Ministerpräsidenten Neville Chamberlain verglichen und ihn dabei offen verspottet. Bei einer Rede am Ostermontag im Weißen Haus imitierte Trump Äußerungen, die er Starmer zuschrieb, und kritisierte dessen angebliche Unsicherheit in Fragen militärischer Unterstützung.
Im Mittelpunkt der Attacke stand Starmer‑s Haltung zu den jüngsten US‑israelischen Luftschlägen gegen Iran: Trump stellte sie als nachgiebig dar und warf dem Premierminister Appeasement vor. Dabei zitierte er eine angebliche Bemerkung Starmer‑s über das ‚Fragen des Teams‘, als es um den Einsatz britischer Flugzeugträger ging, und tat diese Stellungnahme in einer herabsetzenden Nachahmung ab.
Zugleich widersprach London der Darstellung: Britische Regierungsstellen betonten, die USA hätten nicht um Einsatz von Flugzeugträgern gebeten, und Großbritannien habe solche Schiffe nicht angeboten. Auch die offizielle britische Position bleibt unverändert: Die Regierung werde sich nicht an offensiven Einsätzen beteiligen, sondern nationalen Interessen und defensiven Verpflichtungen den Vorrang geben.
Daneben stießen Trumps öffentliche Angriffe in Großbritannien und anderen europäischen Hauptstädten auf Kritik. Die britische Bildungsministerin Bridget Phillipson erklärte, Sprache und Vorgehen entsprächen nicht dem Handeln der Regierung. Auch in Teilen Europas zeigte man sich verärgert, nachdem Trump in der Auseinandersetzung wiederholt Nato‑Erklärungen infrage gestellt hatte.
Inzwischen verschärfen die verbalen Entgleisungen die Spannungen zwischen Washington und London. Trumps persönliche Angriffe auf Starmer verdeutlichen die bestehenden Meinungsverschiedenheiten über die Rolle verbündeter Streitkräfte und tragen dazu bei, transatlantische Konsultationen zu belasten. Die Debatte bleibt damit nicht nur ein bilaterales Streitfeld, sondern beeinflusst auch die breitere diplomatische Lage im Zuge des anhaltenden Konflikts.
Gleichzeitig haben britische Streitkräfte bereits defensive Maßnahmen im Nahen Osten durchgeführt; das Verteidigungsministerium hob etwa das Abschießen mehrerer Drohnen hervor. Starmer selbst hat auf die jüngsten Beschimpfungen bisher nicht direkt reagiert, sondern bekräftigt, seine Position beizubehalten, nicht an offensiven Operationen teilzunehmen, ungeachtet des Drucks und der lauten Kritik.