Unbemannter russischer Tanker Arctic Metagaz driftet in libysche Gewässer
Der beschädigte LNG-Träger, der nach Explosionen seine Besatzung verloren hat, befindet sich nun in der libyschen SAR-Zone; Italien bietet Hilfe an, intervenieren dürften libysche Behörden.
Ein beschädigter russischer Tanker namens Arctic Metagaz ist in die libysche Such- und Rettungszone (SAR) eingedriftet, teilte Italiens Zivilschutzbehörde mit. Da sich das Schiff nun in libyschem Hoheitsgewässer befindet, lägen Entscheidungen über Eingriffe bei den libyschen Behörden; Italien habe jedoch Unterstützung angeboten, falls sie angefordert werde.
Der 277 Meter lange Flüssiggas-Träger hatte nach Explosionen am 3. März die Kontrolle verloren; die 30 Besatzungsmitglieder mussten das Schiff verlassen und überlebten. Seither treibt das Schiff ohne Besatzung im zentralen Mittelmeer.
Unter den aktuellen vorherrschenden südlichen Winden und Meeresströmungen könne das Schiff innerhalb von vier bis sechs Tagen die libysche Küste erreichen, sagte ein Sprecher der Behörde. Ein weiteres Risiko bestehe in einer möglichen Kollision mit einer Offshore-Ölplattform; dieses Risiko werde als geringer eingestuft, weil derzeit keine Plattformen in unmittelbarer Nähe liegen.
Führungen von Italien, Spanien, Malta, Griechenland und Zypern forderten die Europäische Kommission auf, den Zivilschutzmechanismus der EU zu aktivieren. In ihrem Schreiben warnten sie vor einer unmittelbaren und ernsten ökologischen Gefahr durch das treibende Schiff und verwiesen auf Risiken durch Schiffe, die außerhalb internationaler Standards operierten.