US-Justizbeamter Ed Martin wegen mutmaßlicher Ethikverstöße angeklagt
Die Disziplinarkammer der Anwaltsaufsicht erhebt Vorwürfe gegen Ed Martin wegen eines Schreibens an die Georgetown Law School; Martin warnt, seine Dienststelle werde Bewerber der Universität nicht einstellen.
Die Office of Disciplinary Counsel in Washington hat dem Justizbeamten Ed Martin offiziell Berufsrechtsverstöße vorgeworfen wegen eines Briefs an den Dekan der Georgetown Law School, den Martin verfasst hatte, als er Interim-US-Staatsanwalt für den District of Columbia war.
In der Klageschrift heißt es, Martin habe der Universität gedroht, keine Studenten, Praktikanten oder Fellows mehr einzustellen, solange die Hochschule weiterhin Programme zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion anbiete. Die Anklage wirft ihm unter anderem Verstöße gegen den Amtseid sowie Verletzungen von Rede- und Verfahrensrechten vor. Disziplinaranwalt Hamilton Fox bat ein Gremium der D.C. Court of Appeals um Entscheidung über mögliche Sanktionen.
Martin hat 20 Tage Zeit, schriftlich zu reagieren. Die Justice Department-Spitze kritisierte die Beschwerde als politisch motiviert; das Ministerium wies zudem auf vermeintliche Doppelmoral bei der Disziplinierung von Regierungsanwälten hin. Martin, der inzwischen als Begnadigungsanwalt im Justizministerium tätig ist, hatte zuvor seine Nominierung als US-Staatsanwalt zurückgezogen.