US-Vize J.D. Vance reist nach Budapest, um Viktor Orbán im Wahlkampf zu unterstützen
Donald Trump kann wegen des Iran-Konflikts nicht kommen; Vance soll im Endspurt für Orbán Präsenz zeigen, während die Oppositionspartei Tisza in Umfragen vorn liegt.
Nach Angaben aus Berlin reist US-Vizepräsident J.D. Vance an diesem Dienstag nach Budapest, um Ministerpräsident Viktor Orbán im Wahlkampf zu unterstützen. Ursprünglich hatte Orbán auf einen Besuch von Präsident Donald Trump gehofft; dieser bleibt wegen des Iran-Konflikts in Washington unabkömmlich. Vances Anwesenheit soll den Wahlkampf des amtierenden Premiers im Endspurt stärken.
Im Mittelpunkt steht die anstehende Parlamentswahl am 12. April, bei der die Ungarinnen und Ungarn ein neues Parlament wählen. Umfragen sehen die konservative Oppositionspartei Tisza rund zehn Prozentpunkte vorn, was Orbán nach 16 Jahren an der Macht vor einen möglichen Machtverlust stellt. Vor diesem Hintergrund kann jede außenpolitische Unterstützung politisches Gewicht gewinnen.
Gleichzeitig führt Orbán seine Kampagne gegen die Ukraine fort. Über das Osterwochenende behauptete er, Kiew habe Sabotageakte an der Gaspipeline Balkan Stream in Serbien geplant. Zuvor hatte der mit Orbán verbündete serbische Präsident Aleksandar Vučić mitgeteilt, in der Nähe der Leitung seien Sprengstoff und Zündschnüre gefunden worden. Die Pipeline transportiert russisches Gas von der Türkei über Bulgarien und Serbien nach Ungarn und bildet einen zentralen Bestandteil regionaler Energieströme.
Zugleich ist Vances Besuch ein Hinweis auf transatlantische Verflechtungen im europäischen Wahlkampf. Vertreter der MAGA-Bewegung sehen Orbán als wichtige Figur in Europa, während Trump aus außenpolitischen Gründen verhindert ist. Welche konkreten Effekte der Auftritt Vances auf die Wahlentscheidung der ungarischen Wähler haben wird, bleibt offen; der Termin unterstreicht jedoch die Bedeutung externer Unterstützung für Orbáns Wiederwahlkampf.