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Veteran bietet Psilocybin-Retreats für traumatisierte Soldaten an – Debatte über staatliche Regeln und FDA‑Zulassung bleibt offen

Ein ehemaliger Army Ranger suchte nach alternativen Behandlungen für PTSD und gründete eine Non‑Profit‑Organisation, während US‑Bundesstaaten über die Ausweitung von Psilocybin für Therapiezwecke entscheiden.

The Guardian / JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Veteran bietet Psilocybin-Retreats für traumatisierte Soldaten an – Debatte über staatliche Regeln und FDA‑Zulassung bleibt offen
  • Ein Veteran organisiert Psilocybin‑Retreats für traumatisierte Soldaten
  • Forscher warnen vor einer frühen Ausweitung ohne nationale Zulassung.

Nach Angaben des Berichts entwickelte der ehemalige Army Ranger Jesse Gould nach drei Einsätzen in Afghanistan und mehreren durch Explosionen verursachten Hirnverletzungen eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) und suchte außerhalb des regulären Versorgungssystems nach Hilfe. Gould berichtet, er habe häufig Alkohol zur Bewältigung benutzt und empfand Medikamente sowie Gesprächstherapie als eher erhaltend denn heilend. 2017 reiste er deshalb nach Peru, um Ayahuasca auszuprobieren, und gründete kurz darauf die gemeinnützige Organisation Heroic Hearts Project, die Retreats für Veteranen anbietet, in denen Ayahuasca oder Psilocybin eingesetzt werden.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob staatliche Gesetzgeber den Zugang zu Psilocybin ausweiten sollten, bevor die Food and Drug Administration (FDA) eine Zulassung erteilt. Mehrere Bundesstaaten haben bereits Maßnahmen ergriffen: Colorado, New Mexico und Oregon erlauben den therapeutischen Einsatz von Psilocybin, in Colorado ist die Substanz zudem für den persönlichen Gebrauch freigegeben. Mindestens acht weitere Staaten beschäftigen sich mit Gesetzesentwürfen, die den therapeutischen Einsatz für Erwachsene mit PTSD, Depression oder anderen Erkrankungen regeln würden.

Zugleich warnen Forscher vor einer zu schnellen Ausweitung des Zugangs ohne umfassende klinische Evidenz und standardisierte Kontrollen. Eine 2025 veröffentlichte Studie mit 22 Erwachsenen ergab, dass Psilocybin in Kombination mit psychologischer Betreuung sicher sein und mit einer symptomatischen Verbesserung bei PTSD verbunden sein kann. Wissenschaftler betonen jedoch die begrenzte Datenlage und weisen auf mögliche Nebenwirkungen hin, darunter psychotische oder manische Episoden bei anfälligen Personen. Vor diesem Hintergrund plädieren Fachleute für strukturelle Zulassungs‑ und Kontrollmechanismen, bevor breitere Legalisierungen erfolgen.

Daneben argumentiert Gould, dass das Warten auf eine vollständige FDA‑Zulassung Leben koste, weil viele Veteranen sich weiterhin selbst medikamentieren und Suizide verzeichnet würden. Befürworter in Staaten wie Minnesota vertreten die Ansicht, Psilocybin könne in einem regulierten Rahmen und unter Begleitung lizenzierter Fachkräfte Behandlungslücken schließen. Gegner und einzelne Forscher warnen jedoch, dass uneinheitliche staatliche Regelungen ohne einheitliche klinische Vorgaben Risiken bergen und die Patientensicherheit beeinträchtigen könnten.

Inzwischen bleibt die politische Lage uneinheitlich: Auf Landesebene ringen Initiativen um ein Gleichgewicht zwischen schnellerem Zugang und der fehlenden nationalen Zulassung. Die Debatte verbindet persönliche Erfahrungsberichte von Veteranen, politische Initiativen und noch vorläufige Forschungsergebnisse zu einem komplexen Thema, dessen weitere Entwicklung von künftigen Studien und regulatorischen Entscheidungen abhängen wird.