Warner Bros. Discovery-Aktionäre stimmen über Paramount-Angebot und Zaslav-Abfindung ab
Paramount bietet 31 USD je Aktie; Abstimmung umfasst zudem umstrittenes Abfindungspaket für WBD‑Chef David Zaslav.
- Die Stimmabgabe entscheidet über den Verkauf von HBO Max, CNN und Warner Bros.
- Proxy‑Berater ISS empfiehlt den Deal, jedoch nicht Zaslavs Golden Parachute.
Nach Angaben treten die Aktionäre von Warner Bros. Discovery an diesem Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammen, um über das Übernahmeangebot von Paramount Skydance abzustimmen. Paramount bietet 31 US‑Dollar je Aktie für das gesamte Unternehmen, zu dem Kabelsender wie TNT und CNN, der Streamingdienst HBO Max sowie das Filmstudio Warner Bros. gehören.
Im Mittelpunkt des Tagesordnungspunkts steht das Ergebnis eines mehrmonatigen Verkaufsprozesses, in dem Konkurrenten wie Netflix und Comcast Gebote abgegeben hatten. Paramounts erhöhtes Angebot veranlasste Netflix im Februar, von einem eigenen Interesse an den Studios‑ und Streaming‑Aktiva von WBD zurückzutreten. Bestandteil des Angebots ist außerdem eine Abbruchgebühr von sieben Milliarden US‑Dollar; Paramount übernimmt zudem die 2,8 Milliarden US‑Dollar, die WBD an Netflix wegen der zuvor beendeten Vereinbarung schuldet.
Zugleich soll über das umfangreiche Abfindungspaket für WBD‑Chef David Zaslav im Falle eines Kontrollwechsels entschieden werden. Proxy‑Berater Institutional Shareholder Services (ISS) empfiehlt Anlegern, dem Übernahmeangebot zuzustimmen und begründet dies mit einem wettbewerblichen Verkaufsprozess sowie einer für Aktionäre substanziellen Prämie gegenüber dem vorherigen Kurs. Zugleich spricht sich ISS dagegen aus, Zaslavs Ausstiegspaket zu billigen und kritisiert insbesondere vorgeschlagene Aktienzuteilungen und eine hinzugefügte Steuerkompensationsregelung.
Konkret bemängelt ISS Aktienzuteilungen in Höhe von rund 500 Millionen US‑Dollar sowie eine sogenannte Excise‑Tax Gross‑Up, die auf etwa 335 Millionen US‑Dollar beziffert wird. Berichte führen das Gesamtpotenzial des Ausstiegspakets mit mehr als 800 Millionen US‑Dollar an; ISS behandelt diese Komponenten getrennt von seiner Transaktionsempfehlung und rät, das Abfindungspaket abzulehnen.
Daneben hat Paramount in der Angebotsstruktur Maßnahmen vorgesehen, die den Abschluss der Transaktion absichern sollen: Neben der bereits genannten Abbruchgebühr ist die Übernahme der Netflix‑Zahlung ein weiterer Bestandteil, um potenzielle Hindernisse zu verringern. Paramount und WBD erwarten den Abschluss des Geschäfts im dritten Quartal, vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbshüter.
Inzwischen gilt die heutige Abstimmung als entscheidender Schritt im Verkaufsprozess: Stimmen die Anteilseigner zu, ebnet das Ergebnis den Weg für die nun folgenden behördlichen Prüfungen; eine Ablehnung würde den Deal erheblich gefährden und den weiteren Verlauf offenlassen.