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WHO stuft Ebola‑Risiko in DR Kongo als sehr hoch ein

WHO erhöht Bewertung des Ebola‑Ausbruchs in der DR Kongo von hoch auf sehr hoch; das seltene Bundibugyo‑Virus ohne bewährten Impfstoff hat bereits Fälle in Uganda ausgelöst und zu Einzelfällen in Europa geführt.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: WHO stuft Ebola‑Risiko in DR Kongo als sehr hoch ein
  • Die WHO meldet 82 bestätigte Fälle und sieben bestätigte Todesfälle in der DR Kongo, weist aber auf rund 750 Verdachtsfälle und eine deutlich größere Dunkelziffer hin
  • Fälle in Uganda, ein Patient in Berlin und ein Verda

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hat sich die öffentliche Gesundheitsbewertung des Ebola‑Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo von hoch auf sehr hoch erhöht. Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte bei einem Update 82 bestätigte Fälle und sieben bestätigte Todesfälle im Land und betonte damit die eskalierende Lage vor Ort.

Ghebreyesus wies zugleich auf eine erhebliche Dunkelziffer hin: Die WHO zählte rund 750 Verdachtsfälle und 177 vermutete Todesfälle, was nach Einschätzung der Organisation auf einen deutlich größeren epidemischen Umfang schließen lässt. Diese Zahlen begründeten den Schritt zur Anhebung der Alarmstufe in der DR Kongo.

Der Ausbruch wird vom seltenen Bundibugyo‑Virus verursacht, für das bislang kein bewährter Impfstoff verfügbar ist. Das Virus hat sich bereits grenzüberschreitend ausgebreitet: In Uganda wurden zwei Fälle bestätigt, von denen ein Todesfall gemeldet wurde. Trotz der regionalen Ausweitung stuft die WHO das globale Risiko gegenwärtig weiterhin als gering ein.

Gleichzeitig traten in Europa einzelne Übertragungsfälle auf. Ein in der DR Kongo tätiger US‑Staatsbürger wurde positiv getestet und zur Behandlung in die Charité in Berlin verlegt; das Krankenhaus erklärte, der Patient sei stark geschwächt, aber nicht kritisch erkrankt und werde in der hochsicheren Isolationsstation betreut. Zudem sei ein weiterer US‑Staatsbürger als enger Kontakt mit erhöhtem Risiko in die Tschechische Republik gebracht worden.

In den Niederlanden nahm das Radboud Universitätskrankenhaus einen Patienten mit geringer Verdachtswahrscheinlichkeit auf Ebola vorsorglich in Isolation, bis Testergebnisse vorliegen. Gesundheitsbehörden in Europa beobachten die Situation aufmerksam, sehen das weltweite Risiko derzeit jedoch nicht als erhöht an.

Die WHO‑Leitung warnte vor einer raschen Ausbreitung in der Region und forderte verstärkte Überwachungs‑ und Eindämmungsmaßnahmen. Nationale Gesundheitsdienste und internationale Partner stehen vor der Aufgabe, Verdachtsfälle zügig zu identifizieren und Infektionsketten zu unterbrechen, solange kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.