Abgeordnete Sheila Cherfilus‑McCormick tritt zurück nach Ethikbefund
Die Abgeordnete aus Florida erklärte ihren sofortigen Rücktritt, kurz bevor ein House‑Ethics‑Committee über eine Disziplinarempfehlung abstimmen wollte. Sie war im November wegen mutmaßlicher Veruntreuung von mehr als fünf Millionen Dollar an Katastrophengeldern angeklagt.
- Cherfilus‑McCormick tritt zurück, nachdem ein Ethikausschuss Verstöße festgestellt und eine Empfehlung angekündigt hatte
- sie weist die Vorwürfe zurück und betont, ihr stehe ein laufendes Strafverfahren bevor.
Nach Angaben des Kongressbüros hat die demokratische Abgeordnete Sheila Cherfilus‑McCormick mit sofortiger Wirkung ihr Mandat niedergelegt, nachdem ein Ausschuss des Repräsentantenhauses zu dem Schluss gekommen war, sie habe gegen Ethikregeln verstoßen. Ihr Rücktritt erfolgte nur wenige Augenblicke vor der geplanten Abstimmung des House Ethics Committee über eine disziplinarische Empfehlung.
Die Abgeordnete aus Florida war bereits im November von einer Bundesgrandjury angeklagt worden. Der Anklage zufolge soll sie mehr als fünf Millionen Dollar an Bundesmitteln, die für Katastrophenhilfe bestimmt waren, über ein von ihr kontrolliertes Unternehmen in ihren Wahlkampf 2021 geleitet haben. Cherfilus‑McCormick hat die Vorwürfe zurückgewiesen und sich vor Gericht nicht schuldig bekannt.
In einer Stellungnahme kritisierte sie das Vorgehen des Ausschusses scharf und sagte, ihrer neuen Anwältin sei nicht ausreichend Zeit eingeräumt worden, um eine angemessene Verteidigung vorzubereiten. Sie bezeichnete das Verfahren als politische Hetzjagd und erklärte, sie trete zurück, um sich statt politischer Kämpfe wieder verstärkt der Unterstützung ihrer Wähler in Floridas 20. Kongressbezirk widmen zu können.
Gleichzeitig war die Abgeordnete wachsendem Druck aus beiden Parteien ausgesetzt; mehrere Kolleginnen und Kollegen hatten mit einer Amtsenthebung beziehungsweise einem Ausschluss aus dem Repräsentantenhaus gedroht. Ihr Rücktritt machte damit eine unmittelbar bevorstehende Empfehlung des Ethikausschusses hinfällig, die als Schritt auf dem Weg zu einem förmlichen Ausschlussverfahren gelten kann.
Der Fall reiht sich in eine Reihe kürzlicher Rücktritte im Kongress ein: In der Vorwoche traten bereits zwei Abgeordnete zurück, ebenfalls noch vor Abschluss interner Ethik‑ oder Disziplinaruntersuchungen. Historisch sind Ausschlüsse aus dem Repräsentantenhaus rare Ereignisse; zuletzt war 2023 ein früherer Abgeordneter des Hauses verwiesen worden.
Mit dem Rücktritt ist das Mandat für den 20. Bezirk nun vakant. Konkrete Schritte zur Nachbesetzung, etwa die Einberufung einer Sonderwahl, richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben des Bundesstaates Florida und wurden bislang weder von der Abgeordneten noch vom Kongress näher erläutert.