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Ägypten: Devisenreserven steigen auf Rekordniveau, Regierung bekräftigt Inflationskurs

Ägypten meldet Rekord-Devisenreserven von rund 52,6 Milliarden US-Dollar und betont in der Regierungsspitze die Fortsetzung des Kurses zur Inflationsdämpfung.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ägypten: Devisenreserven steigen auf Rekordniveau, Regierung bekräftigt Inflationskurs
  • Die Netto-Devisenreserven lagen Ende Jänner 2026 laut Zentralbankangaben bei rund 52,6 Milliarden US-Dollar.
  • Gegenüber Dezember 2025 entspricht das einem Plus von rund 1,1 Milliarden US-Dollar oder knapp 2,2 Prozent.
  • In offiziellen Darstellungen wird die Reserveposition mit einer Abdeckung von grob 6,9 Monaten Warenimporten in Verbindung gebracht.
  • Für den Bankensektor wird für Ende 2025 ein positiver Nettoauslandsvermögensstand von etwa 25,5 Milliarden US-Dollar genannt.
  • Präsident al-Sisi stellte die weitere Inflationsdämpfung als Priorität der Wirtschaftspolitik heraus.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat bei einem Treffen mit dem Zentralbankchef und Mitgliedern der Regierung die Fortsetzung des Kurses zur Dämpfung der Inflation betont und dabei auch die Entwicklung der Devisenreserven thematisiert. In der Mitteilung zum Treffen wurde die Stabilisierung der Preisentwicklung als wirtschaftspolitische Priorität herausgestellt, parallel zu Bemühungen, die externe Zahlungsfähigkeit zu sichern und den Druck auf die Währung zu begrenzen. Für die Regierung ist dabei entscheidend, dass sich Preis- und Wechselkurserwartungen nicht gegenseitig hochschaukeln und dass Importfinanzierung verlässlich bleibt.

Die Zentralbank meldete, dass die Netto-Devisenreserven Ende Jänner 2026 auf rund 52,6 Milliarden US-Dollar gestiegen sind und damit einen neuen Höchststand erreicht haben. Nach Angaben, die auf Zentralbankzahlen verweisen, entspricht das einem Zuwachs von rund 1,1 Milliarden US-Dollar gegenüber Dezember 2025 und einem Plus von knapp 2,2 Prozent binnen eines Monats. Für 2025 wird ebenfalls ein deutlicher Anstieg der Reserven ausgewiesen. In Darstellungen zur Reserveposition wird zudem darauf verwiesen, dass das Niveau grob die Finanzierung von rund 6,9 Monaten Warenimporten abdecken kann; die Reserven umfassen üblicherweise Fremdwährungsbestände sowie Gold.

Neben den Reserven standen auch die Auslandspositionen des Bankensektors im Fokus. Für Ende 2025 wurde für den gesamten Bankensektor ein positiver Nettoauslandsvermögensstand von etwa 25,5 Milliarden US-Dollar genannt, wobei ein Teil auf Geschäftsbanken entfiel und ein Teil auf die Zentralbank. Für die Aufteilung wurden Werte von rund 12,2 Milliarden US-Dollar bei den Geschäftsbanken und rund 15,1 Milliarden US-Dollar bei der Zentralbank genannt. Solche Kennzahlen sind für Investoren, Ratingagenturen und Handelspartner wichtig, weil sie Hinweise auf die Fähigkeit geben, externe Schocks abzufedern und Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährung zu bedienen.

Die ägyptische Wirtschaft steht weiterhin vor einer doppelten Herausforderung aus hohen Preissteigerungen im Inland und hohen Finanzierungsbedarfen im Ausland. Der Aufbau von Reserven kann kurzfristig Spielräume schaffen, etwa bei der Bedienung externer Verpflichtungen und bei der Glättung von Importspitzen, ersetzt aber nicht die strukturelle Aufgabe, Inflation und Erwartungen dauerhaft zu verankern und gleichzeitig Wachstum zu ermöglichen. Für Unternehmen bedeutet die Lage vor allem Volatilität bei Importkosten, Vorfinanzierung und Devisenverfügbarkeit, während die Regierung versucht, mit geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen sowie über Reformprogramme die Stabilisierung zu beschleunigen.