Aktien: Dax-Konzerne erwarten Rekorddividenden von 55,3 Milliarden Euro
Trotz schwächerer Binnenkonjunktur planen viele Dax-Konzerne für 2025 höhere Ausschüttungen; Allianz bleibt mit Abstand größter Zahler.
Nach Angaben der Beratungsgesellschaft EY würden die 40 im Dax gelisteten Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt etwa 55,3 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten. Das entspreche einem Anstieg um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und stelle einen neuen Höchstwert dar. Demnach planen 25 Konzerne höhere Ausschüttungen als im Vorjahr, während zehn Unternehmen ihre Dividenden kürzen wollen. Viele der Zahlungen müssen noch auf den Hauptversammlungen formell bestätigt werden, gelten aber weitgehend als Formsache.
Im Mittelpunkt der Auswertung stehen deutliche Branchenunterschiede bei den Ausschüttungen. Versicherer und Telekommunikationsunternehmen führen demnach die Liste der größten Zahler an. Mit rund 6,5 Milliarden Euro bleibt die Allianz demnach Spitzenreiter, dahinter folgen die Deutsche Telekom mit etwa 4,8 Milliarden Euro und Siemens mit circa 4,2 Milliarden Euro. Auf den weiteren Plätzen liegen Unternehmen wie Mercedes, Munich Re und SAP, die zu den größten Dividendenzahlern zählen.
Unterdessen erklärt EY die hohe Ausschüttungssumme damit, dass viele Dax-Konzerne einen Großteil ihres Umsatzes im Ausland erzielen. Branchen wie Banken und Versicherungen hätten für 2025 Rekordergebnisse vorgelegt, was die Dividenden stütze. Dennoch mahnt die Beratungsgesellschaft zu Vorsicht: Für das kommende Jahr sollten Anleger nicht automatisch einen weiteren Anstieg der Gesamtausschüttung erwarten, weil strukturelle Herausforderungen in Industriebranchen die Basis belasten könnten.
Daneben bleibt die Rolle der Hauptversammlungen bedeutsam, weil dort die geplanten Zahlungen formal bestätigt werden. Zwar scheinen viele Beschlüsse als reine Formsache, dennoch können sie zeitlich und in der Höhe variieren. Für Anleger bedeutet dies, dass die angekündigten Summen zwar richtungsweisend sind, die endgültigen Zahlungen aber erst nach den jeweiligen Beschlüssen verbindlich feststehen. Insgesamt zeigt die Analyse, dass Dividenden trotz konjunktureller Schwäche weiter eine wichtige Ertragsquelle für Aktionäre darstellen.