Alabama‑Abgeordnete warnen nach Supreme‑Court‑Urteil vor Rückschritt für Bürgerrechte
Nach dem 6:3‑Beschluss in Louisiana v. Callais fürchten schwarze Abgeordnete in Alabama um ihre Mandate und die Möglichkeit kollektiver Vertretung; sie sehen den Schutz des Voting Rights Act erheblich geschwächt.
Nach Angaben aus Alabama hat das Urteil des Obersten Gerichts in Louisiana v. Callais sowohl unmittelbar spürbare als auch langfristige Folgen für die politische Vertretung Schwarzer Wähler im Staat. Der 6:3‑Beschluss stellt klar, dass Abschnitt 2 des Voting Rights Act von 1965 Staaten nicht zur Schaffung sogenannter majority‑minority‑Wahlbezirke verpflichtet, und schwächt damit eine zentrale Grundlage, mit der bislang diskriminierende Kartenbildungen juristisch angefochten wurden.
Im Mittelpunkt der Sorge stehen die beiden Demokraten Terri Sewell und Shomari Figures, die derzeit die einzigen von überwiegend Schwarzen Wählern geprägten Kongressbezirke Alabamas vertreten. Sewell, die seit 2011 den siebten Distrikt innehat — einen Bezirk, der als Produkt früherer Entscheidungen zum Wahlrecht entstand — betonte, dass die Errungenschaften, für die Generationen gekämpft hätten, nun in Gefahr seien. Sie sagte, es sei beängstigend, dass man auf dem kollektiven Weg eher zurückgehe als voran.
Zugleich warnte Figures, dessen neu gezeichneter zweiter Distrikt nach jüngsten Rechtsstreitigkeiten entstanden war, dass die Auswirkungen weit über die aktuell besetzten Sitze hinausreichten. Er verwies auf den Zweck des Voting Rights Act, faire Wahlgestaltungen zu gewährleisten, damit bedeutende Bevölkerungsgruppen Einfluss auf Wahlergebnisse nehmen können. Figures erwartet, dass politische Entscheidungsträger in Staaten wie Alabama zügig Neuzeichnungen vornehmen könnten, um die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten zu verändern.
Gleichzeitig betonten die Richter der Mehrheitsmeinung, die Gleichbehandlungsklausel der Verfassung verlange nicht die Schaffung von Mehrheits‑Minderheitenbezirken. In einer abweichenden Meinung kritisierten drei Richter, das Urteil unterlaufe die Wirksamkeit des Gesetzes. Für Sewell und Figures sind die Folgen bereits konkret: Fristen in Alabama könnten Änderungen zwar noch von den anstehenden Wahlen 2026 fernhalten, doch rechnen sie damit, dass spätere Neuzeichnungen die Vertretung Schwarzer Wähler langfristig schwächen — bis hin zu Sitzen in Staatsparlamenten, Kreisräten und Schulbehörden.