Fed hält Leitzinsen trotz Trumps Forderungen unverändert
Zentralbank nennt anhaltend erhöhte Inflation, schwaches Beschäftigungswachstum und Unsicherheit im Mittleren Osten als Gründe für das Festhalten am aktuellen Zinsniveau
- Fed belässt Leitzins bei 3,5–3,75 Prozent
- Abstimmungsbild im Ausschuss zeigt wachsende Differenzen
Nach Angaben der Federal Reserve hat die US-Notenbank nach ihrer Sitzung am Mittwoch die Leitzinsen unverändert gehalten und damit Forderungen von Ex-Präsident Donald Trump nach schnellen Zinssenkungen zurückgewiesen. Die Notenbank begründete den Schritt mit anhaltend erhöhter Inflation, einem im Schnitt schwachen Beschäftigungswachstum sowie der Unsicherheit infolge der Lage im Mittleren Osten.
Zugleich verwies die Fed darauf, dass die Arbeitsplatzzuwächse im Durchschnitt niedrig geblieben seien und die Arbeitslosenquote in den letzten Monaten relativ stabil gewesen sei. Die Zentralbank hob hervor, dass die Inflation weiterhin erhöht sei, unter anderem wegen gestiegener globaler Energiepreise, und zog daraus die Schlussfolgerung, derzeit keine geldpolitische Lockerung vorzunehmen.
Das Abstimmungsverhalten im geldpolitischen Ausschuss offenbart wachsende Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fed. Nur eine der zwölf Stimmen wandte sich gegen das Festhalten an der jetzigen Zinsspanne. Drei weitere Mitglieder unterstützten zwar das Beibehalten des bestehenden Niveaus, widersprachen jedoch der kommunizierten Aussicht, dass die Fed später im Jahr Zinssenkungen anstreben werde. Dieses heterogene Stimmungsbild deutet auf eine gespannte Debatte über den künftigen Kurs hin.
Makroökonomisch hat die Fed die Leitzinsen seit ihrem Hoch im Jahr 2023 schrittweise gesenkt; aktuell liegt die Spanne bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Die jüngsten Daten zeigen eine Jahresrate der Verbraucherpreise, die über dem Ziel der Fed von zwei Prozent liegt, während die Arbeitslosenquote in jüngster Zeit bei etwa 4,3 Prozent verankert blieb. Vor diesem Hintergrund bleibt die Zentralbank vorsichtig und versucht, ein Gleichgewicht zwischen Inflationsbekämpfung und Unterstützung des Arbeitsmarkts zu halten.
Die Entscheidung steht im klaren Gegensatz zu politischen Forderungen nach expansiverer Geldpolitik. Innerhalb der Fed bleibt jedoch offen, ob und wann eine Absenkung der Zinsen erfolgen wird; das differenzierte Abstimmungsergebnis macht deutlich, dass über Zeitpunkt und Umfang möglicher Maßnahmen noch intensiv intern gestritten wird.