Mutter in Kalifornien wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, nachdem Sohn 81‑Jährigen mit E‑Motorbike traf
Anklage folgt auf tödliche Kollision am 16. April; Staatsanwaltschaft wirft der Mutter wiederholte Missachtung von Warnhinweisen vor
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Orange County wurde eine Frau aus Aliso Viejo wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, nachdem ihr 14‑jähriger Sohn am 16. April mit einem Surron‑E‑Motorbike einen 81‑jährigen Fußgänger getroffen haben soll. Das Opfer, ein ehemaliger Marine und als Vertretungslehrer tätig, wurde bei der Kollision schwer verletzt und erlag den Verletzungen nach Angaben der Ermittler an einem Donnerstag.
Im Mittelpunkt der Anklage steht nach Darstellung der Ermittler nicht nur die Tötungsvorwürfe, sondern auch das angebliche wiederholte Hinauszögern von Maßnahmen gegen das gefährliche Fahrverhalten des Jugendlichen. Demnach habe der Junge während der Fahrt Wheelies gemacht, als es zur Kollision mit dem Fußgänger kam. Gegen die Mutter waren zuvor bereits Anklagen wegen schwerer Kindesgefährdung erhoben worden; nun kommen zusätzlich Vorwürfe der fahrlässigen Tötung, Beihilfe nach der Tat sowie mehrere weitere Delikte hinzu, darunter falsche Angaben gegenüber einem Beamten und das Fördern von Jugenddelinquenz.
Zugleich legen die Ermittler dar, die Mutter habe trotz Hinweisen weiterhin das Fahren des E‑Motorbikes durch ihren Sohn ermöglicht. Im Juni 2025 habe sie das Sheriff‑Büro kontaktiert, weil Bilder ihres Sohnes beim Fahren veröffentlicht worden seien; eine Körperkameraaufnahme von einem Kontakt mit Einsatzkräften zeige, dass sie das Fahrzeug gekauft und dessen rücksichtsloses Fahren gekannt habe. Einsatzkräfte hätten sie demnach gewarnt, dass sie für das illegale Fahren ihres Kindes strafrechtlich haftbar gemacht werden könne.
Nach kalifornischem Recht gelten Fahrzeuge mit einem Elektromotor von mehr als 750 Watt oder einer Höchstgeschwindigkeit über 20 mph (32 km/h) ohne Pedalunterstützung als E‑Motorcycles, die erst von Personen ab 16 Jahren mit Motorradführerschein gefahren werden dürfen. Das eingesetzte Modell, ein 2025 Surron Ultra Bee, weist eine vom Hersteller angegebene Höchstgeschwindigkeit von bis zu 56 mph (90 km/h) auf, so die Ermittlungsunterlagen.
Daneben teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass über eine mögliche strafrechtliche Verfolgung des jugendlichen Fahrers nicht detailliert Auskunft gegeben werde, da es sich um eine Jugendangelegenheit handele. Orange County hatte in diesem Jahr bereits mehrere Anklagen gegen Eltern erhoben, denen vorgeworfen wird, Minderjährigen das illegale Fahren von E‑Motorbikes ermöglicht zu haben. Bei einer Verurteilung in allen Punkten nenne die Staatsanwaltschaft eine mögliche Höchststrafe von bis zu sieben Jahren und acht Monaten Haft für die Angeklagte.