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Staatsanwaltschaft legt Hotel‑Selfies des mutmaßlichen Schützen beim White House Dinner vor

Bundesanwälte legten einer Haftanordnung zwei Hotel‑Selfies des Beschuldigten sowie Schilderungen angeblich vorgeplanter E‑Mails und eines handschriftlichen ‚Postscript‘ aus dem Zimmer bei.

JKCM News / AFP‑Style 2 Min Lesezeit
Titelbild: Staatsanwaltschaft legt Hotel‑Selfies des mutmaßlichen Schützen beim White House Dinner vor
Die Akte nennt bewaffnete Selbstporträts, kurz vor dem Angriff versandte E‑Mails mit Handlungsregeln und einen handschriftlichen Nachtrag, der Hotel‑Sicherheitsmängel anprangert.

Nach Angaben der US‑Staatsanwaltschaft enthielt ein jüngster Gerichtsantrag zwei Selfies, die den Beschuldigten Cole Tomas Allen in einem Hotelzimmer zeigen. Auf den Bildern ist er demnach in einem schwarzen Anzug mit leichtem Lächeln vor einem Spiegel zu sehen; am Gürtel befinden sich zwei Schusswaffen und mehrere Messer, so die Darstellung in der Einreichung.

Gleichzeitig beantragten die Bundesanwälte, Allen bis zum Prozessvorlauf vorläufig festzuhalten. Die Akte führt aus, die auf den Fotos gezeigten Waffen stünden in direktem Zusammenhang mit den später beschlagnahmten Gegenständen; die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Beweislage als überwältigend. Dem Antrag zufolge drohen dem 31‑Jährigen, der als Nachhilfelehrer aus Torrance, Kalifornien, beschrieben wird, bei einer Verurteilung lebenslange Haft oder mindestens zehn Jahre Gefängnis.

Im Mittelpunkt der Unterlagen stehen neben den Fotos auch offenbar vorgeplante E‑Mails, die wenige Minuten vor dem Anschlag verschickt worden sein sollen. In diesen Nachrichten habe der Verfasser seinem Handeln eine Rechtfertigung gegeben und konkrete Regeln für die Tat skizziert. Ferner zitieren die Papiere ein handschriftliches ‚Postscript‘ aus dem Hotelzimmer, in dem die Sicherheitsvorkehrungen des Hotels als schwach beschrieben und der Text mit den Pseudonymen ‚coldForce‘ und ‚Friendly Federal Assassin‘ unterzeichnet worden sei.

Zugleich schildern die Gerichtsunterlagen den Ablauf der Festnahme: Allen sei am Sicherheits‑Checkpoint des Secret Service gestoppt worden, nachdem er mit einer Schrotflinte durch das Absperrband gedrungen sei. Die Akte legt nahe, dass er auch Mitglieder des Kabinetts als Ziele gehabt habe. Beim Schusswechsel sei ein Beamter getroffen worden; dieser blieb jedoch durch seine Schutzweste unverletzt.

Daneben verweisen die Unterlagen auf Onlineprofile und frühere Beiträge des Beschuldigten in Foren und sozialen Medien, die von Gaming‑Inhalten zu politischer Rhetorik gewechselt hätten. Konkrete Angaben zu einem Geständnis oder einer förmlichen Schuld‑Erklärung fehlen; nach Veröffentlichung der Akten hat Allen demnach noch keine förmliche Einlassung gemacht.