Fed belässt Leitzins bei 3,50–3,75% — ungewöhnlich große Dissensrate seit 1992
Ausschuss hält Kurs trotz Inflationsrisiken; drei Regionalpräsidenten lehnten Easing bias-Formulierung ab, ein Gouverneur votierte für sofortige Kürzung.
- FOMC stimmt mit 8:4 für Verbleib im Zielbereich
- Debatten über künftige Zinsschritte und interne Differenzen prägten die Sitzung.
Zugleich spiegelte die Abstimmung eine tiefergehende inhaltliche Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Geldpolitik wider. Der Ausschuss votierte mit 8 zu 4 Stimmen für das Verharren auf dem aktuellen Niveau; Gouverneur Stephen Miran stimmte erneut dagegen und plädierte stattdessen für eine sofortige Senkung um 25 Basispunkte. Drei regionale Fed‑Präsidentinnen und ‑Präsidenten — Beth Hammack (Cleveland), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas) — befürworteten zwar das Beibehalten des Zinssatzes, lehnten jedoch die Erwähnung eines möglichen künftigen Absenkens ab.
In der veröffentlichten Erklärung wies das Gremium darauf hin, dass die Inflation weiterhin erhöht sei, teilweise bedingt durch den jüngsten Anstieg der Energiepreise. Diese Einschätzung löste bei einigen Mitgliedern die Befürchtung aus, die Formulierung könne eine Neigung zu weiteren Lockerungen signalisieren, obwohl die Mehrheit im Ausschuss vorerst am Kurs des Zurückhaltens festhält. Marktteilnehmer hatten überwiegend mit einem Verbleib auf dem aktuellen Niveau gerechnet, und die Finanzmärkte reflektierten praktisch keine erwarteten Zinssenkungen für den Rest des Jahres und weit ins nächste Jahr hinein.
Unterdessen reagierten die Märkte unmittelbar auf die Entscheidung und den hohen internen Dissens: Aktien gaben nach, während die Ölpreise anzogen. Die vorliegenden Konjunkturdaten zeichnen ein differenziertes Bild: Im März stiegen die Nonfarm‑Payrolls um 178.000 Stellen, die Arbeitslosenquote sank auf 4,3 Prozent, und ADP meldete für April einen moderaten Zuwachs bei den privaten Beschäftigungszahlen von rund 40.000 Stellen.