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Alabama: Frau verklagt Landkreis, weil sie laut Klage auf Gefängnisboden entbunden haben soll

Tiffany McElroy erhebt in einer Bundesklage schwere Vorwürfe gegen das Houston County Jail: Sie sei während der Wehen über mehr als 24 Stunden ohne angemessene medizinische Hilfe gelassen worden, Insassinnen hätten die Geburt unterstützt, während Wachleute zugesehen hätten.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Alabama: Frau verklagt Landkreis, weil sie laut Klage auf Gefängnisboden entbunden haben soll
Die Klage bezeichnet das Vorgehen des Gefängnisses als systematische Vernachlässigung und Verletzung verfassungsmäßiger Rechte.

Nach Angaben einer am Mittwoch eingereichten Bundesklage behauptet die 28‑jährige Tiffany McElroy, sie sei im Mai 2024 im Houston County Jail in Alabama ohne angemessene medizinische Versorgung in den Wehen zurückgelassen worden. Demnach war McElroy drei Tage vor der Geburt inhaftiert worden; sie gibt an, dass ihre Fruchtblase Wochen vor dem erwarteten Termin geplatzt sei. Über mehr als 24 Stunden habe sie um Hilfe gerufen und wiederholt darum gebeten, dass Rettungskräfte gerufen würden, ohne dass dem Folge geleistet worden sei.

Im Mittelpunkt der Klage steht die Darstellung, dass McElroy Wachpersonal informiert habe und davon ausging, in ein Krankenhaus gebracht zu werden. Stattdessen habe ein Beamter sie zunächst beschuldigt, sich eingepisst zu haben, und sie zurück in die Zelle geschickt. Medizinisches Personal habe ihr lediglich eine Windel und ein Schmerzmittel gegeben, obwohl sie über starke Schmerzen klagte und später eine Komplikation entwickelte, die sich zu einer Sepsis hätte ausweiten können, heißt es in der Beschwerde.

Zugleich schildert die Klage, dass schließlich eine Mitgefangene bei der Geburt auf dem Zellenboden assistierte, während Wachleute dem Vorgang zusahen. Das Neugeborene habe zunächst nicht geatmet; zwei Mitinsassinnen hätten versucht, das Kind zu reanimieren, indem sie Schleim entfernten und das Baby rieben, bis es schließlich schrie. Nach der Entbindung seien die betroffenen Frauen laut Klageschrift gedemütigt und mit Entzug von Privilegien bestraft worden, etwa Ausschluss vom Hofgang, vom Religionsangebot und von Telefonkontakten.

Die Beschwerde benennt insgesamt zwanzig Beklagte, darunter diensthabende Beamte, eine Krankenschwester und den Sheriff des Landkreises, und erhebt Klagen wegen Verletzung verfassungsmäßiger Rechte. Sie kritisiert ein System, das Kostensenkung über die angemessene Versorgung schwangerer Inhaftierter stelle. Daneben verweist das Dokument auf einen früheren Fall in Alabama, in dem eine Inhaftierte angegeben hatte, sie sei ohne medizinische Hilfe in einer Gefängnisdusche entbunden worden und habe anschließend eine Einigung erzielt.

In der Klage wird ferner dargelegt, dass Hilferufe anderer Insassen ignoriert worden seien, obwohl diese gegen Zellenfenster geschlagen und um Hilfe gebeten hätten. McElroys Anwälte argumentieren, die Vorfälle spiegelten wiederkehrende Versäumnisse im Umgang mit medizinischen Notfällen im Gefängnis wider. Das Büro des Sheriffs von Houston County habe bislang nicht auf Anfragen zur Stellungnahme reagiert.