South Carolina hebt Mordverurteilungen gegen Alex Murdaugh wegen Jury‑Einflusses auf
Oberstes Gericht ordnet neuen Prozess an und begründet Aufhebung mit «schockierender Jury‑Einmischung» durch eine Gerichtsangestellte
- Die Verurteilungen wegen des Mordes an Ehefrau und Sohn wurden aufgehoben
- Murdaugh bleibt in Haft aufgrund bereits bestehender Finanzstrafen.
Nach Angaben des Obersten Gerichts von South Carolina wurden die Mordverurteilungen gegen den ehemaligen Anwalt Alex Murdaugh aufgehoben. In einer einstimmigen Entscheidung ordneten die Richter einen neuen Prozess für die Tötungen von 2021 an und nannten als Grund eine «schockierende Jury‑Einmischung» durch eine Gerichtsangestellte, die während des Verfahrens tätig gewesen sei.
Im Mittelpunkt der Entscheidung steht die Feststellung, dass die Clerk of Court in Colleton County, zuständig für Beweisführung und Überwachung der Jury, die Glaubwürdigkeit Murdaughs und die Integrität seiner Verteidigung «eklatant angegriffen» habe. Die Richter schrieben, dieses Verhalten habe die Vermutung einer Befangenheit ausgelöst, die der Staat nicht habe ausräumen können; daher sei das Recht auf ein unparteiisches Verfahren beeinträchtigt worden.
Nach dem Schritt, die frühere Ablehnung eines Antrags auf einen neuen Prozess rückgängig zu machen, verwiesen die Richter die Sache zur Neuverhandlung zurück. Zugleich betonten sie, dass die Parteien ihre Fälle vor der Jury nach Kräften vorgetragen hätten, diese Bemühungen aber durch das Fehlverhalten der Gerichtsangestellten unterlaufen worden seien. Die Einmischung habe die Waagschale der Justiz zu Gunsten einer voreingenommenen Entscheidungsfindung geneigt, so das Gericht.
Daneben bleibt die Entscheidung ausdrücklich auf die Mordverurteilungen beschränkt; Murdaugh verbleibt weiterhin in Haft. Er war 2023 in dem viel beachteten Verfahren wegen des Todes seiner Frau Maggie und seines Sohnes Paul verurteilt und hatte zwei lebenslange Freiheitsstrafen erhalten. Unabhängig davon verbüßt er bereits eine 40‑jährige Bundesstrafe wegen umfangreicher Finanzdelikte; zusätzlich war er in South Carolina zu weiteren 27 Jahren Haft wegen finanzieller Vergehen verurteilt worden.
Gleichzeitig enthält das Urteil konkrete Hinweise auf die Rolle der betreffenden Gerichtsangestellten, Rebecca (Becky) Hill. Nach dem Prozess trat sie zurück und bekannte sich später in mehreren Punkten schuldig. Zu den Verurteilungen zählten das Vorzeigen versiegelter Beweisstücke sowie Falschaussagen; sie wurde unter anderem wegen Amtsfehlverhaltens verurteilt und zu drei Jahren Bewährung verurteilt. Das Oberste Gericht stellte fest, dass ihr Verhalten die Grundlage für die Aufhebung der Verurteilungen geliefert habe.