Amazon startet 30‑Minuten‑Lieferungen in Dutzenden US‑Städten
Mit 'Amazon Now' will der Konzern binnen Jahresfrist Millionen zusätzlicher Kunden ultraschnelle Lieferungen anbieten; stadtnähere Dark Stores und Amazon‑Flex‑Fahrer sollen die 30‑Minuten‑Zustellungen ermöglichen.
Nach Angaben des Unternehmens bringt Amazon seinen Dienst Amazon Now in Dutzenden US‑Städten an den Start. Bestellungen sollen demnach in 30 Minuten oder weniger zugestellt werden; der Service war im Dezember in einer kleinen Zahl von Städten getestet worden und soll bis Jahresende für deutlich mehr Kunden verfügbar sein.
Im Mittelpunkt der Ausweitung stehen neue Städte wie Austin, Denver, Minneapolis und Phoenix sowie Erweiterungen in Teilen von Seattle, Philadelphia, Dallas und Atlanta. Zugleich werden Artikel, die innerhalb von 30 Minuten geliefert werden können, mit einem speziellen Amazon‑Now‑Label und einem Blitzsymbol gekennzeichnet, um Kunden die Auswahl zu erleichtern.
Nach dem Schritt in weitere Metropolregionen setzt Amazon für die operative Umsetzung auf ein Netz sogenannter Dark Stores: mikro‑Fulfillment‑Standorte mit typischen Flächen zwischen 5.000 und 10.000 Quadratfuß, die tausende Artikel vorhalten. Diese Einrichtungen liegen näher an Stadtzentren als klassische Logistiklager und sollen schnelle Kommissionierung sowie kurze Lieferwege ermöglichen.
Gleichzeitig obliegt die letzte Meile überwiegend Amazon‑Flex‑Fahrern, die sich für Schichten anmelden und mit privaten Fahrzeugen ausliefern. Amazon plant, in den meisten Gebieten rund um die Uhr 30‑Minuten‑Zustellungen anzubieten. Daneben nutzt der Konzern in einigen Städten e‑Cargo‑Fahrräder und prüft weitere Transportformen, während die Flotte für die Feinverteilung entsprechend skaliert wird.
Kostenseitig werden gestaffelte Gebühren erhoben: Prime‑Mitglieder zahlen demnach 3,99 US‑Dollar für Amazon Now sowie eine zusätzliche Gebühr von 1,99 US‑Dollar für Bestellungen unter 15 US‑Dollar. Für Nicht‑Prime‑Kunden nennt Amazon eine Gebühr von 13,99 US‑Dollar plus 3,99 US‑Dollar bei Bestellungen unter 15 US‑Dollar.
Unterdessen betont das Unternehmen, dass Investitionen in extrem kurze Lieferfenster zu höheren Konversionsraten und stärkerer Kundenbindung führen. Mit dem Ausbau von Amazon Now verschärft Amazon außerdem den Wettbewerb mit Lieferdiensten wie Instacart, DoorDash und Uber Eats, die bereits kürzere Zustellfenster anbieten. Parallel dazu treibt der Konzern längerfristige Technikansätze wie Drohnenlieferungen voran, hatte damit jedoch auch operative und regulatorische Rückschläge zu verzeichnen.