Trump‑EPA will strengere Regeln gegen krebserregendes Ethylenoxid zurücknehmen, Analyse warnt vor mehr Emissionen
Ein Vorschlag der EPA würde die 2024 eingeführten Beschränkungen für das krebserregende Ethylenoxid (EtO) aufheben und zugleich die Behörde daran hindern, künftige Standards auf Basis neuer Forschung zu verschärfen.
Nach Angaben einer Analyse zielt ein Plan der US‑Umweltbehörde EPA darauf ab, die 2024 unter der vorherigen Regierung erlassenen strengeren Regeln für das krebserregende Gas Ethylenoxid (EtO) aufzuheben. Die vorgeschlagene Maßnahme würde die konkreten Auflagen für Emittenten außer Kraft setzen und nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren zugleich die rechtlichen Möglichkeiten der EPA beschneiden, künftige Standards zu verschärfen, falls neue wissenschaftliche Erkenntnisse ein erhöhtes Gesundheitsrisiko erkennen lassen.
Im Mittelpunkt der Debatte steht eine Neubewertung der Gefährdung durch EtO: Jüngere Studien kommen demnach zu dem Ergebnis, dass das Gas deutlich karzinogener ist als in früheren Bewertungen angenommen. Die Biden‑EPA hatte darauf reagiert und 2024 Regeln erlassen, die auf eine kollektive Reduktion der Emissionen um rund 90 Prozent abzielten und 89 Anlagen durch Maßnahmen wie kontinuierliche Überwachung sowie Kontrolle sogenannter fugitive emissions erfassten.
Zugleich betonen Expertinnen und Experten, dass Regulierungen für Chemikalien häufig auf frühen Zulassungen mit begrenzter unabhängiger Prüfung beruhen und sich belastbare Erkenntnisse über Gesundheitsrisiken oft erst über Jahre oder Jahrzehnte herausstellen. Vor diesem Hintergrund halten Umwelt‑ und Gesundheitsorganisationen die vorgeschlagene Rücknahme für problematisch, weil sie nicht nur bestehende Verpflichtungen aufheben, sondern auch die Fähigkeit der Behörde einschränken würde, auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit strengeren Vorgaben zu reagieren.