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US‑Behörde untersagt Verwendung von Bundesmitteln für Fentanyl‑Teststreifen – Experten warnen vor Todesfällen

Samhsa befahl im April, Bundesmittel nicht mehr für Teststreifen gegen Fentanyl, Xylazin und Medetomidin einzusetzen; Unterstützer der Schadensminimierung warnen vor steigenden Überdosierungen.

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Titelbild: US‑Behörde untersagt Verwendung von Bundesmitteln für Fentanyl‑Teststreifen – Experten warnen vor Todesfällen
  • Kritiker sehen in der Richtlinie einen Rückschritt für die Überlebenshilfe von Drogengebrauchenden
  • mehrere Bundesstaaten haben daraufhin Beschaffungen ausgesetzt.

Nach Angaben von Samhsa wurde im April per offener Mitteilung angeordnet, dass Mittel der Behörde nicht mehr zum Kauf oder zur Verteilung von Teststreifen für illegale Substanzen verwendet werden dürfen. Die Anweisung bezieht sich demnach auf Schnellteststreifen für Fentanyl sowie auf Nachweisstreifen für neuere Zusätze wie Xylazin und Medetomidin.

Die Mitteilung begründet den Schritt damit, dass solche Teststreifen den illegalen Drogenkonsum erleichterten und nicht mit Bundesrecht vereinbar seien. Vertreter von Hilfsorganisationen und Fachleute sehen das anders: Sie warnen, dass die Einschränkung die Verfügbarkeit lebensrettender Testkits für Menschen in Risikogruppen deutlich verringern und unmittelbar zu mehr Überdosierungen führen könne.

Im Mittelpunkt der Kritik steht die abrupte Kehrtwende gegenüber einer früheren Praxis: Seit 2021 war die Verwendung von Bundesgeldern für Fentanyl‑Teststreifen erlaubt, um unbeabsichtigte Fentanyl‑Todesfälle zu reduzieren. Seither waren Teststreifen fester Bestandteil zahlreicher kommunaler Angebote, und Anbieter berichteten von einem starken Nachfrageanstieg.

Zugleich bemängeln Kritiker Widersprüche zwischen der neuen Samhsa‑Anweisung und jüngeren Formulierungen in der nationalen Drogenstrategie, die Schnellteststreifen und ähnliche Technologien als wichtig und legal beschreibt. In der Folge haben einige Bundesstaaten landesweite Käufe und Verteilungen von Teststreifen ausgesetzt, um mit der Anweisung in Einklang zu stehen.

Fachleute betonen, dass das US‑Drogenangebot zunehmend mit Fentanyl versetzt sei und Zusatzstoffe wie Xylazin sowie Medetomidin zusätzlichen Schaden anrichten könnten. Teststreifen ermöglichten in der Praxis Hinweise auf solche Verunreinigungen; mehrere Programme, die bislang Teststreifen bezogen, sehen sich nun in ihrer Arbeit erheblich gestört und müssen Abläufe neu organisieren oder aussetzen.

Vertreter von Non‑Profit‑Organisationen, die Teststreifen vertreiben oder in Harm‑Reduction‑Programmen tätig sind, bezeichneten die Anordnung als grundlegenden Richtungswechsel zugunsten einer stärkeren abstinenzorientierten Politik innerhalb der Gesundheitsbehörden. Sie warnen, dass die Beschränkung der Testmöglichkeiten Menschen gefährde, die angesichts der wechselnden Zusammensetzung des Drogenmarktes auf verlässliche Informationen angewiesen sind.