Bundesinspektion findet schwere Tierschutzverstöße in Miami‑Zoo von Ex‑Drogenboss
Bei einer US‑Agrarinspektion wurden unter anderem die Amputation eines Beins einer bedrohten Leopardin und der Tod eines Capybaras festgestellt; Tierschutzgruppen fordern die Schließung der Anlage.
Nach Angaben einer US‑Agrarbehörde führten mangelhafte Unterbringung und unsichere Zuchtpraktiken in einem umstrittenen Privat‑Zoo in Miami zu schweren Verletzungen und dem Tod von Tieren. Bei einer Inspektion am 30. März stellte ein veterinärmedizinischer Beamter mehrere Verstöße gegen das federal Animal Welfare Act fest. Zu den dokumentierten Vorfällen gehörten die Amputation des gesamten linken Beins einer weiblichen Clouded‑Leopardin sowie der Tod eines weiblichen Capybaras Anfang Januar.
Im Mittelpunkt der Beanstandungen standen demnach ungeeignete Gehege, verschmutzte Käfige und kontaminiertes Wasser und Futter, in dem sich Algen und tote Insekten fanden. Die Inspektorin beschrieb bestimmte Vorfälle als kritische Verstöße gegen die Vorschriften, darunter Situationen, in denen Tiere, die nicht zusammenleben sollten, für Zuchtversuche nahe beieinandergebracht wurden. Nach Angaben des Berichts hatten zwei Leoparden getrennte Gehege mit einer Trennwand und einer darunterliegenden Lücke; dadurch soll ein Weibchen ihre Pfote in das Gehege des Männchens geschoben haben, was zu der schweren Verletzung führte.
Zugleich rückt die Geschäfts‑ und Betriebspraxis der Einrichtung in den Fokus. Die Zoological Wildlife Foundation (ZWF) bietet nach Angaben der Untersuchung kostenpflichtige Außentermine an, bei denen Besucher mit verschiedenen Tieren in Kontakt kommen können. Tierschutzorganisationen kritisierten, dass solche Hand‑on‑Begegnungen und die kommerzielle Vermarktung von Tierkontakten das Wohl der Tiere gefährdeten und forderten die Schließung der Anlage. Vertreter von PETA übten scharfe Kritik an der Prioritätensetzung der Betreiber und verwiesen auf wiederholte Fälle von Verletzungen und Todesfällen.