Busfahrer in Virginia nach Crash mit fünf Toten angeklagt
Jing S Dong ist wegen zweifacher fahrlässiger Tötung angeklagt; Ermittler untersuchen Geschwindigkeit, Ermüdung und Sprachkenntnisse als mögliche Faktoren
Nach Angaben der Behörden steht Jing S Dong, 48, wegen zweier Anklagen wegen fahrlässiger Tötung in Verbindung mit dem Busunglück in Stafford County. Der in den USA lebende Staatsbürger chinesischer Herkunft aus Staten Island wurde nach dem Zusammenstoß verletzt in ein Krankenhaus gebracht und dort unter Arrest gestellt. Ein Richter ordnete an, ihn bis zu seiner Entlassung aus dem Krankenhaus ohne Kaution in Gewahrsam zu belassen; ein erster Gerichtstermin ist für nach seiner stationären Behandlung vorgesehen.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Frage, warum der Bus offenbar nicht ausreichend gebremst hat. Unmittelbar nach dem Unglück übernahm die National Transportation Safety Board die Untersuchung; sie prüft unter anderem Geschwindigkeit, mögliche Ermüdung des Fahrers sowie dessen Sprachkenntnisse. Ermittler vor Ort stellten demnach nur geringe Bremswirkung am Fahrzeug fest. Der Reisebus, der zur Flotte von E&P Travel gehört, war auf der Strecke von New York City nach Charlotte, North Carolina, unterwegs, als er gegen 2.35 Uhr in eine Fahrzeugkolonne in der Nähe einer Baustelle auf der Interstate 95 krachte.
Daneben läuft die strafrechtliche Aufarbeitung weiter. Staatsanwälte kündigten an, dass weitere Anklagen möglich sind, während Ermittler die Unfallursache eingehend prüfen. Der Bus hatte nach Behördenangaben ein vorausfahrendes Fahrzeug getroffen, das wiederum ein anderes Fahrzeug der getöteten Familie erfasste. Insgesamt wurden mehr als 40 Menschen verletzt. Die Kombination aus laufender Bundesuntersuchung und strafrechtlicher Verfolgung deutet darauf hin, dass die Behörden sowohl technische als auch menschliche Faktoren bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs berücksichtigen.