Dax: Anleger werden optimistischer – aber misstrauen Donald Trump
Handelsblatt-Umfrage: Erstes positives Sentiment seit Beginn des Irankriegs; Dax bleibt trotz Rücksetzers über der 200-Tage-Linie.
- Sentiment klettert auf +3,4 Punkte
- Unsicherheit fällt nahe null, Zukunftserwartung leicht gesunken.
Nach Angaben der Handelsblatt-Umfrage hat sich die Stimmung unter privaten Anlegern in Deutschland spürbar aufgehellt. Das Dax-Sentiment stieg demnach von minus 1,1 Punkten in der Vorwoche auf plus 3,4 Punkte und liegt damit erstmals seit Beginn des Irankriegs wieder im positiven Bereich. Auf dem Tiefpunkt während der Krise hatte der Indikator bei minus 7,3 Punkten gelegen; Extremwerte werden ab plus oder minus vier Punkten angesehen.
Im Mittelpunkt der Marktbeobachtung steht weiter der Leitindex: Der Dax verlor am Montag zwar mehr als ein Prozent, zeigte jedoch technische Stärke und notierte weiterhin oberhalb der 200-Tage-Linie, die aktuell knapp über 24.100 Punkten verläuft. Nach einem Tief knapp unter 22.000 Punkten hatte sich der Index in der Vorwoche bis auf rund 24.800 Zähler erholt und blieb damit über der langfristigen Trendlinie.
Gleichzeitig fällt die Unsicherheit unter den Umfrageteilnehmern deutlich: Der Unsicherheitswert ging von minus 1,9 Punkten auf minus 0,2 Punkte zurück und erreicht damit den höchsten Stand seit Beginn des Irankriegs. Die Messung der Verunsicherung basiert auf der Frage, inwieweit Anleger ihre eigenen Erwartungen in der Handelswoche bestätigt sehen; je seltener dies der Fall ist, desto höher fällt die Verunsicherung aus.
Nach dem Schritt der zwischenzeitlichen Öffnung und anschließenden Schließung der Straße von Hormus zeigte sich ein weiteres Charakteristikum: Zwar stiegen die Kurse, doch die Zukunftserwartung der Anleger sank von plus 1,4 Punkten auf plus 0,3 Punkte. Diese Parallelität von Kursanstieg und zurückhaltenderer Zukunftssicht lässt sich dadurch erklären, dass ein Teil positiver Erwartungen bereits durch die jüngsten Kursgewinne realisiert wurde und Anleger deshalb vorsichtiger bleiben.
Daneben bleibt das politische Risiko ein gewichtiger Faktor für das Anlegerverhalten. Die Auswertung macht deutlich, dass viele Investoren kurzfristig entspannter sind, sich aber weiterhin gegen politische Schocks absichern. Insbesondere Aussagen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gelten als möglicher Auslöser für schnelle Marktbewegungen, was Anleger zu wachsamem Handeln veranlasst.