JKCM News
Startseite
Wirtschaft

Deutschland: Erzeugerpreise sinken im Jänner um 3,0% zum Vorjahr, Energie bleibt größter Dämpfer

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland lagen im Jänner 2026 um 3,0% unter dem Vorjahresniveau, wobei vor allem deutlich niedrigere Energiepreise den Index drückten.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Deutschland: Erzeugerpreise sinken im Jänner um 3,0% zum Vorjahr, Energie bleibt größter Dämpfer
  • Der Erzeugerpreisindex (Inlandsabsatz) lag im Jänner 2026 um 3,0% unter Jänner 2025 und um 0,6% unter dem Vormonat.
  • Energiepreise sanken um 11,8% zum Vorjahr und um 3,2% zum Vormonat; Erdgas (Verteilung) war laut Destatis ein besonders großer Einflussfaktor.
  • Ohne Energie stiegen die Erzeugerpreise um 1,2% zum Vorjahr und um 0,6% zum Vormonat.
  • Kapitalgüter verteuerten sich um 1,8% zum Vorjahr, langlebige Konsumgüter um 2,1%.
  • Der Index gilt als Frühindikator für Kosten- und Preisdruck in der Lieferkette, bevor er sich in Verbraucherpreisen niederschlägt.

Das Statistische Bundesamt hat am 20. Februar Daten zu den Erzeugerpreisen für Jänner 2026 veröffentlicht. Der Erzeugerpreisindex für gewerbliche Produkte (Inlandsabsatz) lag 3,0% unter dem Niveau von Jänner 2025 und fiel gegenüber dem Vormonat um 0,6%. Damit setzte sich der dämpfende Effekt niedrigerer Energiepreise fort, während viele Gütergruppen außerhalb der Energiekomponente weiterhin Preisauftrieb zeigten.

Besonders deutlich war der Rückgang bei der Energie: Energiepreise lagen laut Destatis 11,8% unter dem Vorjahresmonat und 3,2% unter Dezember 2025. Als wesentlicher Treiber wurde Erdgas (Verteilung) genannt, dessen Preise über alle Kundengruppen hinweg um 13,7% gegenüber Jänner 2025 sanken. Solche Bewegungen wirken stark auf den Gesamtindex, weil Energie als Vorleistung in vielen Produktionsstufen steckt und in den vergangenen Jahren einen großen Anteil an der Volatilität des Erzeugerpreisindex hatte.

Ein Blick auf den Index ohne Energie zeigt eine andere Dynamik: Ohne Energie stiegen die Erzeugerpreise im Jänner um 1,2% gegenüber dem Vorjahr und um 0,6% gegenüber dem Vormonat. Das bedeutet, dass der zugrunde liegende Preisdruck in vielen industriellen Gütern nicht verschwunden ist, aber durch die Energiekomponente überlagert wird. In der Aufgliederung meldete Destatis für Kapitalgüter einen Anstieg von 1,8% zum Vorjahr, langlebige Konsumgüter verteuerten sich um 2,1%.

Für die Konjunktur- und Inflationsbeobachtung ist der Erzeugerpreisindex ein Frühindikator: Er misst Preisänderungen am Beginn der Wertschöpfungskette und kann Hinweise geben, ob Unternehmen steigende Kosten an nachgelagerte Stufen weitergeben müssen. Der Durchschlag auf Verbraucherpreise ist jedoch weder automatisch noch zeitlich fix, weil er von Wettbewerb, Nachfrage und Vertragsstrukturen abhängt. In Phasen mit rückläufigen Energiepreisen kann der Gesamtindex sinken, obwohl einzelne Warengruppen weiter zulegen.

Die Daten sind auch für die Einschätzung der industriellen Margen relevant, weil sie den Preisrahmen auf der Absatzseite der Produzenten abbilden. Gleichzeitig fließen sie in Deflatoren ein, mit denen reale Größen in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet werden. Für eine robuste Einordnung sind daher mehrere Monate sowie die Entwicklung verwandter Preisindizes – etwa Import- und Großhandelspreise – maßgeblich.