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GfK/NIM: Konsumklima rutscht auf -24,7 – Sparneigung auf Höchststand seit 2008

Trotz leicht besserer Einkommenserwartungen sinkt die Anschaffungsneigung, während Haushalte ihre Sparreserven weiter ausbauen.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: GfK/NIM: Konsumklima rutscht auf -24,7 – Sparneigung auf Höchststand seit 2008
  • Der Konsumklimaindikator für März fällt auf -24,7 Punkte und damit um 0,5 Punkte gegenüber dem Vormonat.
  • Die Anschaffungsneigung sinkt auf -9,3 Punkte, die Sparneigung steigt auf 18,9 Punkte.
  • Einkommenserwartungen verbessern sich nur moderat auf 6,3 Punkte.
  • Die Konjunkturerwartungen geben auf 4,3 Punkte nach, bleiben aber im positiven Bereich.
  • Die Erhebung basiert auf rund 2.000 Interviews vom 29. Januar bis 9. Februar.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland kommt nicht in Schwung. Der Konsumklimaindikator (GfK Konsumklima powered by NIM) sinkt für März auf -24,7 Punkte und damit um 0,5 Punkte gegenüber dem Vormonat. Der zuvor gemeldete Februar-Wert wurde auf -24,2 revidiert. Damit fällt das Barometer erneut schwächer aus als erwartet und signalisiert weiterhin Zurückhaltung bei privaten Ausgaben in Europas größter Volkswirtschaft.

Auffällig ist die Verschiebung in den Komponenten: Während die Einkommenserwartungen im Februar im zweiten Monat in Folge zulegen, fällt das Plus mit +1,2 Punkten auf 6,3 nur noch moderat aus. Gleichzeitig trübt sich die Anschaffungsneigung deutlich ein und rutscht auf -9,3 Punkte ab (nach -5,3 im Januar). Noch markanter ist die Sparneigung: Der Indikator steigt um einen weiteren Punkt auf 18,9 und erreicht damit den höchsten Stand seit 2008.

Die Studie beschreibt damit ein Muster, das für die Konjunktur besonders ungünstig ist: Selbst wenn Einkommenserwartungen steigen, fließt ein größerer Teil des zusätzlichen Spielraums in Vorsichtssparen statt in Konsum. Als Treiber nennt das Institut unter anderem hohe beziehungsweise steigende Preise sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheit. In den Rahmendaten spiegelt sich das in einer wieder etwas höheren Inflationsrate: Für Januar 2026 wird 2,1 Prozent ausgewiesen. Gleichzeitig sinken die Preiserwartungen der Verbraucher nicht weiter.

Auch die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bleibt fragil. Die Konjunkturerwartungen der Befragten für die kommenden zwölf Monate fallen um 2,3 Punkte auf 4,3 – bleiben damit zwar positiv, drehen aber wieder etwas pessimistischer. In der Summe deutet das darauf hin, dass Haushalte die jüngsten Stabilisierungssignale zwar wahrnehmen, ihre Ausgabenpläne aber weiterhin stark von Unsicherheit und Sicherheitsbedürfnis geprägt sind.

Das Konsumklima gilt als vorlaufender Indikator für das Konsumverhalten in Deutschland. Methodisch wird es aus Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung berechnet; die Befragung für die aktuelle Veröffentlichung lief vom 29. Januar bis 9. Februar und umfasst rund 2.000 Interviews. Wichtig ist zudem, dass der private Konsum deutlich breiter ist als Einzelhandel: Dienstleistungen, Reisen, Mieten und Gesundheitsausgaben machen einen großen Teil aus. Für die kurzfristige Konjunktur bleibt dennoch entscheidend, ob und wann sich die hohe Sparneigung wieder normalisiert – denn ohne eine spürbare Konsumbelebung bleibt der Aufschwung anfällig.