Drei Wochen alter Berglöwenwelpe nach Rettung in Oakland Zoo aufgenommen
Biologen des National Park Service fanden das Jungtier allein in den Santa Monica Mountains; im Oakland Zoo erhält der etwa drei Wochen alte Berglöwenwelpe intensive Pflege und regelmäßige Fläschchenfütterung.
- Das untergewichtige Tier, später 'Crimson' genannt, kam geschwächt und anfänglich nicht gehfähig in die Zoo-Klinik
- fehlende Zehen könnten eine Rolle beim Verlassen durch die Mutter gespielt haben.
Ein rund drei Wochen alter Berglöwenwelpe ist Ende März nach wiederholten Kontrollen von Biologen des National Park Service in den Santa Monica Mountains geborgen und in die Obhut des Oakland Zoo gebracht worden. Die Fachleute hatten das Jungtier an mehreren Tagen allein vorgefunden und ein schwaches, teils purrendes, teils quietschendes Geräusch wahrgenommen. Während der Beobachtungen verschlechterte sich sein Zustand; das Tier zeigte zunehmende Schwäche und Gewichtsverlust.
In Absprache mit dem California Department of Fish and Wildlife entschieden die Behörden, den Welpen zu bergen und in die veterinärmedizinische Versorgung des Oakland Zoo zu überführen. Nik Dehejia, Geschäftsführer des Zoos, beschreibt den Zustand bei Ankunft als stark emazipiert; das Jungtier habe in die hohle Hand gepasst und sei anfangs nicht in der Lage gewesen zu stehen. Seit der Einlieferung wird Crimson intensivmedizinisch betreut und erhält alle drei Stunden Fläschchenfütterungen, um seinen Nährstoffhaushalt und seine Kräfte wieder aufzubauen.
Der Oakland Zoo hat nach Angaben des Zoos bereits mehrere Dutzend berglöwenbezogene Fälle übernommen und zählt Crimson als die 33. aufgenommene Berglöwenjagd. Aktuell befindet sich dort zudem ein rund drei Monate altes Jungtier namens Clover. Mitarbeiter betonen, dass das Entnehmen von Jungtieren aus der Wildnis nur in Ausnahmefällen erfolgen solle, da sie in den ersten Lebenswochen auf die Pflege und Sozialisation durch die Mutter angewiesen sind. Langfristig zielt das Team darauf ab, Crimson zu stabilisieren, schrittweise von der Flaschenfütterung zu entwöhnen und seine Entwicklung zu überwachen.
Warum die Mutter das Jungtier verlassen hat, bleibt unklar. Dehejia nannte als mögliche Erklärung, dass körperliche Auffälligkeiten wie fehlende Zehen der Mutter signalisiert haben könnten, dass der Welpe schlechtere Überlebenschancen hätte. Ob und wann eine Zusammenführung mit dem älteren Jungtier möglich ist, soll in den kommenden Wochen geprüft werden. Vorerst liegt der Schwerpunkt auf der Stabilisierung und der medizinischen Betreuung in der Intensivstation der Veterinärabteilung.
Die Rettung des Welpen wird vom Zoo auch in einen größeren Kontext gestellt: Lebensraumfragmentierung, städtische Entwicklung und Konflikte zwischen Mensch und Wildtier führten in letzter Zeit häufiger dazu, dass verwaiste oder gestörte Tiere in Pflegeeinrichtungen gelangen. Für Crimson bedeutet das zunächst eine Phase intensiver Pflege mit dem Ziel, seine Stärke und Gesundheit wiederherzustellen, bevor über mögliche weitere Schritte entschieden wird.