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Einzelhändler nutzen KI für gezielte Preisnachlässe, um Lebensmittelverschwendung zu verringern und Margen zu stärken

Händler setzen auf datengetriebene, dynamische Rabatte für ablaufnahe Waren; Plattformen wie Flashfood sollen Verkäufe steigern, Shrink reduzieren und Kundenfrequenz erhöhen.

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Titelbild: Einzelhändler nutzen KI für gezielte Preisnachlässe, um Lebensmittelverschwendung zu verringern und Margen zu stärken
KI-gestützte Echtzeitpreisgestaltung zielt darauf ab, ablaufnahe Produkte selektiv zu rabattieren und Verluste in Umsatz zu verwandeln.

Nach Angaben von Branchenbeobachtern greifen einzelne Supermarktketten verstärkt auf Künstliche Intelligenz zurück, um die Preise für leicht verderbliche Waren in Echtzeit anzupassen. Hintergrund ist der intensivere Wettbewerb: Verbraucher suchen gezielt nach Angeboten und verteilen ihre Einkäufe zunehmend auf mehrere Händler, wodurch traditionelle Preisstrategien an Schlagkraft verlieren.

Im Mittelpunkt der neuen Ansätze steht das Ziel, Produkte kurz vor Ablauf gezielt zu vergünstigen statt mit pauschalen Ausverkäufen ganze Warengruppen abzuwerten. Durch diese selektiven Preisaktionen sollen Lebensmittelverluste sinken und der sogenannte Shrink – bisherige Abschreibungen auf unverkäufliche Ware – in zusätzliche Erlöse umgewandelt werden. Branchenangaben zufolge landet etwa ein Drittel der Lebensmittel in US-Supermärkten im Abfall; Expertenschätzungen beziffern den jährlichen Wertverlust auf rund 18,2 Milliarden US-Dollar.

Nach dem Schritt, technologische Lösungen in den Verkaufsprozess zu integrieren, bieten Plattformen wie Flashfood konkrete Praxisbeispiele: Die App verbindet Kundinnen und Kunden mit lokalen Filialen, listet ablaufnahe Artikel rabattiert und organisiert die Abholung in speziellen In-Store-Bereichen. Partnerunternehmen verzeichnen demnach eine durchschnittliche Reduktion des Shrink um 27 Prozent. Zugleich erhöhe sich die Kundenfrequenz; Nutzer tätigten im Schnitt fast vier zusätzliche Besuche pro Monat und gaben etwa 28 US-Dollar mehr pro Einkauf für Vollpreisartikel aus.

Zugleich bauen große Einzelhändler die Kooperationen mit solchen Plattformen aus. Kroger erweitert die Zusammenarbeit um mehr als 100 Filialen in diesem Monat und stärkt damit eine Präsenz, die bereits über 2.000 Standorte in Nordamerika umfasst. Unternehmensverantwortliche sehen in KI nicht nur ein Instrument zur Ertragssteigerung, sondern auch zur Verbesserung der Kundenerfahrung durch präzisere Preisentscheidungen und selektive Rabatte.

Daneben stützen Marktforschungen die Strategie der gezielten Preisgestaltung: Eine Studie von Deloitte zeigt, dass ein erheblicher Anteil der Verbraucher aktiv nach Rabatten sucht, während Daten von Numerator angeben, dass Kunden im Mittel deutlich mehr Händler aufsuchen, um ihre Lebensmittel zu kaufen. Vor diesem Hintergrund gelten datengetriebene, dynamische Preisaktionen für frische Ware als Möglichkeit, Wettbewerbsvorteile zu sichern, ohne die Marke durch großflächige Ausverkäufe zu verwässern.