Einzelhändler nutzen KI, um Lebensmittelverluste zu senken und Margen zu stärken
Plattformen wie Flashfood koppeln Haltbarkeitsdaten, Nachfrage und Kundenverhalten, um verderbliche Ware gezielt zu rabattieren und so Abfall in Umsatz zu verwandeln.
Nach Angaben von Branchenbeobachtern setzen immer mehr Lebensmittelhändler KI-gestützte Tools ein, um Preise für verderbliche Waren dynamisch anzupassen. Hintergrund ist ein verschärfter Wettbewerbsdruck: Verbraucher suchen verstärkt nach Schnäppchen und besuchen häufiger mehrere Händler, wodurch klassische Preiserhöhungen und großflächige Aktionen an Wirkung verlieren. Händler reagieren mit präziseren Preisstrategien, die kurzfristige Nachfrage, Ablaufdaten und Kundenverhalten miteinander verknüpfen.
Im Mittelpunkt steht die Absicht, Abschriften — also Waren, die wegen überschrittener Haltbarkeitsdaten entsorgt würden — in Umsatz zu verwandeln. Branchenzahlen zufolge landen rund 30 Prozent der Lebensmittel in US-Supermärkten jährlich im Abfall; einige Schätzungen beziffern den daraus resultierenden Wertverlust auf etwa 18,2 Milliarden US-Dollar. Statt ganze Kategorien pauschal zu rabattieren, erlauben datengetriebene Plattformen gezielte Preisnachlässe auf Artikel mit nahendem Ablaufdatum.
Nach dem Schritt hin zu praktischen Anwendungen vernetzen Plattformen wie Flashfood Konsumenten direkt mit Filialen, die Nahhaltbarkeitsware über eine App zu reduzierten Preisen anbieten. Nutzer wählen Produkte aus, bezahlen digital und holen die Waren an speziellen Abholpunkten im Laden ab. Flashfood hat seine Präsenz ausgebaut und deckt bereits mehr als 2.000 Standorte in Nordamerika ab; im April erweitert die Plattform ihr Angebot um über 100 zusätzliche Kroger-Filialen.
Zugleich berichten Partnerketten von Effekten, die über die reine Abfallreduktion hinausgehen. Die gezielte Preissteuerung soll Abschriften im Durchschnitt um 27 Prozent senken, während registrierte Nutzer demnach fast vier Zusatzbesuche pro Monat tätigen und bei diesen Gelegenheiten etwa 28 US-Dollar mehr für reguläre Artikel ausgeben. Händler sehen darin einen Weg, Kundenbindung zu stärken und Margen zu schützen, ohne die Marke durch flächendeckende Rabatte zu untergraben.