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Eli Lilly: Neue Generation-Wirkstoff Retatrutide erzielt deutliche Gewichtsverluste in wichtiger Phase‑3‑Studie

In der Phase‑3‑Studie führte die höchste Dosis von Retatrutide über 80 Wochen im Schnitt zu einem Gewichtsverlust von 28,3 Prozent; die Ergebnisse rücken einen Zulassungsantrag in Reichweite.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Eli Lilly: Neue Generation-Wirkstoff Retatrutide erzielt deutliche Gewichtsverluste in wichtiger Phase‑3‑Studie
Eli Lilly meldet starke Gewichtsverluste mit Retatrutide in einer späten Phase‑3‑Studie und sieht sich damit einem Zulassungsantrag näher.

Im Mittelpunkt der Mitteilung von Eli Lilly steht Retatrutide: In der groß angelegten Phase‑3‑Studie erzielten Patientinnen und Patienten mit Adipositas unter der höchsten geprüften Dosis über 80 Wochen durchschnittlich 28,3 Prozent Gewichtsverlust, was einem Mittelwert von 70,3 Pfund entspricht. Bei der Auswertung derjenigen, die die Behandlung fortsetzten, betrug der Gewichtsverlust in der Placebo‑Gruppe 2,2 Prozent. Verglichen mit den üblichen Ergebnissen für medikamentöse Therapien stellen diese Zahlen einen deutlichen Unterschied dar.

Zugleich teilte Lilly mit, dass rund 45 Prozent der etwa 2.500 Teilnehmenden der Phase‑3‑Prüfung mindestens 30 Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren. In einer Verlängerung der Studie schnitt die höchste Dosis bei Menschen mit einem Body‑Mass‑Index von 35 oder höher sogar noch besser ab: Dort lag der durchschnittliche Gewichtsverlust über 104 Wochen bei 30,3 Prozent. Die Studie macht damit gerade für Patientengruppen mit erhöhtem Risiko für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen und Diabetes relevante Aussagen.

Daneben erreichten nach 80 Wochen etwa 65 Prozent der mit der höchsten Dosis Behandelten einen BMI von unter 30 und erfüllten damit formal nicht mehr die Kriterien für Adipositas. Lilly testete außerdem eine niedrigere 4‑Milligramm‑Dosis; diese brachte über den gleichen Zeitraum im Mittel einen Gewichtsverlust von 19 Prozent beziehungsweise rund 47,2 Pfund und wies eine vergleichsweise bessere Verträglichkeit mit geringerer Abbruchrate auf.

Gleichzeitig traten bei den höheren Dosen vermehrt gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall auf. Das Unternehmen bewertete diese Ereignisse als konsistent mit früheren Retatrutide‑Prüfungen; spezifische Sicherheitsdaten und detaillierte Subgruppenanalysen sollen in ergänzenden Unterlagen folgen. Für die nächste Phase im Zulassungsprozess werden insbesondere weitere Daten zur Langzeitsicherheit und regulatorische Gespräche entscheidend sein.

Nach dem Schritt zur Veröffentlichung der Studienergebnisse erklärte das Unternehmen, die Resultate näherten Lilly einem Zulassungsantrag für die wöchentliche Injektion. Retatrutide unterscheidet sich demnach in seinem Wirkmechanismus von gängigen Injektionen und oralen Präparaten und soll das bestehende Portfolio ergänzen. Wie schnell ein Antrag eingereicht wird, hängt nun von der Auswertung zusätzlicher Sicherheits‑ und Subgruppenbefunde ab.