Eurozone: Einkaufsmanagerindizes signalisieren im Februar weiteres Wachstum, Industrie erstmals seit Monaten wieder über 50
Eine Flash-Umfrage zu Einkaufsmanagerindizes zeigte im Februar 2026 eine Beschleunigung der Aktivität in der Eurozone, wobei die Industrie wieder in den Expansionsbereich zurückkehrte.
- Der Flash-Composite-PMI für die Eurozone stieg im Februar auf 51,9 Punkte nach 51,3 im Jänner.
- Der Industrie-PMI kletterte auf 50,8 (Jänner: 49,5) und lag damit erstmals seit längerem wieder über der 50er-Schwelle.
- Der Services-PMI stieg auf 51,8, während der Output-Index der Industrie auf 52,1 zulegte.
- Deutschland zeigte laut Umfrage den stärksten Schub, während Frankreichs Privatsektor unter 50 blieb.
- PMI-Werte über 50 deuten auf Expansion hin; als Frühindikator gehen sie offiziellen Produktions- und BIP-Daten zeitlich voraus.
Frühe Unternehmensumfragen deuten auf eine festere Konjunkturdynamik in der Eurozone hin. In einer Flash-Erhebung für Februar 2026 stieg der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (Composite PMI) auf 51,9 Punkte nach 51,3 im Jänner. Damit lag der Indikator weiter über der Marke von 50, die in PMI-Umfragen typischerweise Wachstum von Schrumpfung trennt. Die Verbesserung wird vor allem der Industrie zugeschrieben, die in den Vormonaten schwächer war als der Dienstleistungsbereich.
Der Industrie-PMI kletterte in der Flash-Schätzung auf 50,8 nach 49,5 im Jänner und signalisierte damit erstmals wieder Expansion. Parallel legten Teilindikatoren für Produktion und Auftragseingang zu; der Output-Index erreichte 52,1. Im Dienstleistungssektor blieb das Bild moderat positiv: Der Services-PMI wurde mit 51,8 angegeben. In der Summe ergibt sich ein Muster, bei dem sich die bislang stärkere Dienstleistungskonjunktur stabil hält und die Industrie einen Beitrag zur Breite des Wachstums liefert.
Regional zeigt die Umfrage eine deutliche Divergenz innerhalb der Eurozone. Für Deutschland wurden Werte berichtet, die auf eine Beschleunigung der Privatsektoraktivität hindeuten; zugleich wurde für die deutsche Industrie ein Überschreiten der 50er-Marke gemeldet. Frankreich blieb dagegen mit einem Composite-Wert knapp unter 50 im kontraktiven Bereich. Solche Unterschiede sind für die Interpretation wichtig, weil die Eurozone aggregierte Werte aus Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Wachstums- und Strukturprofilen bildet.
PMI-Daten sind Diffusionsindizes: Unternehmen geben an, ob Aktivität, Aufträge, Beschäftigung oder Preise gegenüber dem Vormonat gestiegen, gefallen oder unverändert sind. Dadurch reagieren die Werte oft schneller als amtliche Statistiken, die auf Meldungen und Abrechnungsdaten beruhen. Gleichzeitig sind die PMIs keine Messung von Output in Euro oder Stückzahlen, sondern ein Stimmungs- und Veränderungsindikator. Eine Verschiebung um wenige Zehntel kann deshalb weniger bedeutsam sein als ein stabiler Trend über mehrere Monate.
Für Geldpolitik und Finanzmärkte sind die Flash-PMIs dennoch relevant, weil sie Hinweise auf Wachstum und Preisentwicklung geben, bevor harte Daten vorliegen. Eine Rückkehr der Industrie in den Expansionsbereich kann die Bewertung der Produktions- und Exportaussichten verändern, muss aber durch reale Produktionsdaten bestätigt werden. Besonders genau wird in den kommenden Veröffentlichungen beobachtet werden, ob der Aufschwung breit genug ist, um Beschäftigung zu stützen, und wie stark sich Kosten- und Preisdruck in den Umfragedetails entwickelt.