Eurozone: Geldmenge M3 wächst im Januar mit 3,3 Prozent
Die EZB meldet für Januar ein schnelleres Wachstum der Geldmenge M3, während die Kreditvergabe an Unternehmen auf 2,8 Prozent nachgab.
- M3-Wachstum: 3,3% nach 2,8% im Dezember.
- M1-Wachstum steigt auf 5,3% – Übernacht-Einlagen treiben die Entwicklung.
- Kredite an Haushalte bleiben bei 3,0% stabil, Wohnungsbaukredite ebenfalls bei 3,0%.
- Unternehmenskredite: 2,8% nach 3,0%; Kredite bis ein Jahr verlangsamen sich auf 2,1%.
Die Geldmenge im Euroraum hat zum Jahresstart etwas an Tempo gewonnen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank stieg die breit gefasste Geldmenge M3 im Januar im Jahresvergleich um 3,3 Prozent, nachdem im Dezember noch 2,8 Prozent gemeldet worden waren. Die engere Geldmenge M1, die vor allem Bargeld und kurzfristig verfügbare Einlagen umfasst, beschleunigte sich auf 5,3 Prozent nach 4,7 Prozent.
In den Bestandteilen von M1 spielten Übernacht-Einlagen weiterhin eine zentrale Rolle. Laut den Tabellen zur Veröffentlichung wuchsen Übernacht-Einlagen im Januar mit 5,8 Prozent, während Bargeld im Umlauf mit 2,2 Prozent zulegte. Gleichzeitig blieb der Block „andere kurzfristige Einlagen“ (M2 minus M1) rückläufig, was auf Verschiebungen innerhalb der Spar- und Anlageformen hindeutet.
Auf der Kreditseite zeigte sich ein zweigeteiltes Bild. Die um Transaktionen bereinigten Kredite an Haushalte stiegen im Januar wie im Vormonat um 3,0 Prozent. Innerhalb der Haushaltskredite blieb die Kreditvergabe für den Erwerb von Wohnimmobilien ebenfalls bei 3,0 Prozent, während Konsumentenkredite mit 5,1 Prozent wuchsen. Das deutet darauf hin, dass Teile der privaten Nachfrage weiterhin über Kreditkanäle gestützt werden.
Dagegen kühlte sich die Kreditdynamik bei Unternehmen leicht ab. Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen legten im Januar um 2,8 Prozent zu, nach 3,0 Prozent im Dezember. Besonders im kurzfristigen Segment bis zu einem Jahr verlangsamte sich das Wachstum auf 2,1 Prozent. Langfristigere Unternehmensdarlehen mit Laufzeiten über fünf Jahren wuchsen dagegen mit 3,1 Prozent weiter kräftiger als das Gesamtaggregat.
Die EZB betont in ihren statistischen Erläuterungen, dass die Reihen um saisonale Effekte bereinigt und in der Regel als Notional-Stocks-Indizes ausgewiesen werden. Für die Einordnung ist daher weniger ein einzelner Monat entscheidend als die Richtung über mehrere Veröffentlichungen. Insgesamt zeigen die Januar-Daten ein anziehendes Geldmengenwachstum bei stabiler Haushaltskreditvergabe, während die Firmenfinanzierung etwas an Schwung verliert – ein Muster, das für Investitionsentscheidungen im Unternehmenssektor relevant sein kann.