EZB-Jahresabschluss: Verlust 2025 sinkt auf 1,254 Milliarden Euro
Die EZB weist für 2025 einen Verlust von 1,254 Milliarden Euro aus und will die Fehlbeträge mit künftigen Gewinnen verrechnen.
- Verlust 2025: 1,254 Milliarden Euro nach 7,944 Milliarden Euro im Jahr 2024.
- Keine Gewinnausschüttung an die nationalen Zentralbanken im Euroraum für 2025.
- Bilanzsumme der EZB sinkt auf 603 Milliarden Euro; APP- und PEPP-Bestände laufen weiter aus.
- In den Währungsreserven wurde der Dollar-Anteil reduziert und in Yen umgeschichtet.
Die Europäische Zentralbank hat ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt und einen Verlust von 1,254 Milliarden Euro ausgewiesen. Im Vorjahr hatte das Minus noch 7,944 Milliarden Euro betragen. Der Rückgang des Fehlbetrags hängt nach Angaben der EZB vor allem mit deutlich niedrigeren Nettozinsaufwendungen zusammen.
Hintergrund ist die Zinsstruktur der Bilanz nach den Anleihekaufprogrammen der vergangenen Jahre. Die EZB hält in großem Umfang Vermögenswerte mit festen Zinsen und langen Laufzeiten, während auf der Passivseite Verbindlichkeiten stehen, deren Verzinsung stärker an kurzfristige Leitzinsen gekoppelt ist. Nach den kräftigen Zinserhöhungen 2022 und 2023 stiegen die Zinsaufwendungen schneller als die Zinserträge; seit den Senkungen ab 2024 und mit dem Rückgang bestimmter Passivpositionen nimmt dieser Effekt laut EZB wieder ab.
Der Verlust wird – wie die Fehlbeträge der Vorjahre – auf der Bilanz fortgeführt und soll mit künftigen Gewinnen verrechnet werden. Eine Gewinnausschüttung an die nationalen Zentralbanken im Euroraum erfolgt deshalb für 2025 nicht. Als Puffer verweist die EZB auf ihr Eigenkapital und Bewertungsreserven: Kapital und Neubewertungskonten summierten sich Ende 2025 auf 71 Milliarden Euro und lagen damit um 12 Milliarden Euro über dem Stand von Ende 2024.
Die Bilanzsumme der EZB verringerte sich 2025 um 37 Milliarden Euro auf 603 Milliarden Euro. Treiber war vor allem der weitere Abbau der Bestände aus dem Asset Purchase Programme (APP) und dem Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) durch Rückzahlungen fälliger Papiere. Im konsolidierten Eurosystem – also inklusive der nationalen Notenbanken – ging die Bilanzsumme laut EZB-Angaben auf 6,293 Billionen Euro zurück; gleichzeitig stieg der Euro-Wert der Goldbestände im Jahresvergleich deutlich, was die EZB auf den höheren Goldpreis in Euro zurückführt.
Ein weiterer Baustein der Veröffentlichung betrifft die Währungsreserven. Die EZB reduzierte nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2025 einen kleinen Teil ihrer US-Dollar-Bestände und reinvestierte die Erlöse vollständig in Yen-Anlagen. Aus der Transaktion ergab sich ein realisierter Gewinn von 909 Millionen Euro; gemessen in Euro sank der Anteil des Dollars an den Währungsreserven auf 78 Prozent (nach 83 Prozent), während die Yen-Bestände zunahmen. Die EZB bezeichnete den Schritt als Standard-Rebalancing, um die Reserven an eine Zielallokation anzupassen.