Fast 60% der US-Bauern berichten von schlechterer finanzieller Lage wegen gestiegener Dünger- und Treibstoffkosten
Umfrage der American Farm Bureau Federation zeigt regionale Unterschiede; Südstaaten besonders betroffen, viele Betriebe verringern düngerintensive Anbauflächen.
- Düngerknappheit und höhere Preise zwingen US-Landwirte zu Ernte- und Anbauanpassungen
- Südstaaten besonders stark betroffen.
Nach Angaben einer Umfrage der American Farm Bureau Federation berichten 58% der US-Landwirte, ihre finanzielle Lage habe sich verschlechtert. Ursache sind stark gestiegene Kosten für Dünger und Treibstoff, die auf Versandstörungen infolge des Kriegs im Nahen Osten zurückgeführt werden. Die Erhebung wurde zwischen dem 3. und 11. April durchgeführt und umfasste Landwirte aus allen Regionen der Vereinigten Staaten.
Zugleich offenbaren die Ergebnisse deutliche regionale Unterschiede: Im Mittleren Westen hatten 67% der Befragten Dünger vor der Saison vorbestellt, im Süden waren es nur 19%. Deshalb geben dort 78% der Landwirte an, sie könnten sich nicht die gesamte benötigte Düngermenge leisten. In den West-, Nordost- und südlichen Regionen berichteten jeweils mindestens 66% der Betriebe, sie hätten nicht die finanziellen Mittel, ausreichende Düngerressourcen zu beschaffen.
Im Mittelpunkt der Sorgen stehen bestimmte Kulturen: Mehr als 80% der Reis-, Baumwoll- und Erdnussproduzenten gaben an, notwendige Betriebsmittel nicht bezahlen zu können. Als unmittelbare Reaktion planen viele Betriebe, flächen- und inputintensive Kulturen zu reduzieren. Einige Landwirte verlagern Anbauflächen von Mais auf Sojabohnen, da Soja im Allgemeinen weniger stickstoffintensiv ist und damit weniger Dünger benötigt.
Daneben illustriert ein Beispiel aus North Carolina die Dimension der Kostensteigerung: Auf einem Betrieb stiegen Dünger- und Stickstoffkosten von 139 auf 217 US-Dollar pro Acre im Jahresvergleich. Viele Betriebe rechnen deshalb mit geringeren Erträgen oder geringerer Anbaufläche, weil sie Inputs ausdünnen oder ganz einsparen müssen. Diese Anpassungen könnten die Produktionsmengen bestimmter US-Kulturen in der laufenden Saison deutlich schwächen.
Zugleich fällt die Preisspirale in eine kritische Phase: Der Beginn der Frühjahrsbestellung trifft auf Lieferengpässe. Bauern, die nicht frühzeitig vorbestellt hatten, stehen nun schlechter da und sehen sich gezwungen, kurzfristig Anbaupläne zu ändern. Die Folgeeffekte auf Angebot und Ernteerträge werden sich voraussichtlich regional unterschiedlich zeigen und betreffen besonders weniger kapitalstarke Betriebe sowie Regionen mit spät getätigten Vorbestellungen.