FDP in NRW stärkt Henning Höne Rücken für Rennen um Bundesvorsitz
Mit rund 84,5 Prozent bei seiner Wiederwahl zum Landeschef erhält Höne die Unterstützung des größten FDP-Landesverbands vor der Entscheidung auf Bundesebene Ende Mai.
Nach Angaben des Parteiapparats hat Henning Höne beim Landesparteitag der FDP in Duisburg eine klare Bestätigung seiner Führung erhalten. Der 39-Jährige wurde zum dritten Mal zum Landesvorsitzenden von Nordrhein-Westfalen gewählt und erzielte mit knapp 84,5 Prozent das bislang beste Ergebnis seiner Amtszeit.
Im Mittelpunkt seiner Rede stellte Höne den Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen als entscheidend für ein mögliches Comeback der FDP dar. Ein Jahr vor der Landtagswahl in dem bevölkerungsreichsten Bundesland betonten Delegierte, dass das Votum den Landesvorstand für einen schwierigen Wahlkampf stärken solle. Zugleich steht die Partei in NRW wie bundesweit in einer fragilen Lage: Nach dem Scheitern bei der Bundestagswahl 2025 musste die FDP ihr Spitzenpersonal neu ordnen und ringt um die Rückkehr in Parlamente.
Daneben machte das Abstimmungsergebnis deutlich, dass Höne keine vollständige Einigkeit im Verband hinter sich hat. Er erhielt 326 Ja‑Stimmen, 50 Nein‑Stimmen und zehn Enthaltungen. Innerhalb des Landesverbands werden weiterhin Stimmen laut, die auf das profilierte und bekanntere Gesicht von Wolfgang Kubicki setzen und sich von ihm stärkere Umfragewerte erhoffen.
Gleichzeitig bleibt Kubicki ein relevanter Faktor in der Debatte um die Bundesführung der Partei. Mehrere Delegierte äußerten, die FDP brauche in ihrer aktuellen außerparlamentarischen Phase ein weithin bekanntes Gesicht an der Spitze, um bundesweit wieder wahrgenommen zu werden. Diese Einschätzung steht neben der Tatsache, dass Höne in NRW Rückhalt erhalten hat.
Höne selbst warnte vor einem destruktiven Machtkampf und betonte, dass er und Kubicki mehr verbinde als trenne. Er machte deutlich, dass beide nach der Entscheidung auf Bundesebene weiterhin eine Rolle in der Partei spielen würden. Für die FDP ist der Wettstreit um den Bundesvorsitz damit nicht nur eine Personalfrage, sondern auch eine strategische Weichenstellung für Sichtbarkeit und Ausrichtung in den kommenden Monaten.