Großbritannien: Einzelhandelsvolumen steigt im Jänner um 1,8%, stärkster Monatszuwachs seit Mai 2024
Die britischen Einzelhandelsumsätze legten im Jänner 2026 volumenmäßig um 1,8% gegenüber dem Vormonat zu und lagen damit auch deutlich über dem Vorjahresniveau.
- Das gesamte Verkaufsvolumen stieg im Jänner 2026 um 1,8% gegenüber Dezember und folgte auf +0,4% im Vormonat.
- Im Dreimonatsvergleich bis Jänner ergab sich ein Plus von 0,1% gegenüber den drei Monaten bis Oktober; gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag der Dreimonatswert 2,6% höher.
- Im Jahresvergleich lagen die Einzelhandelsvolumina im Jänner um 4,5% höher; gegenüber Februar 2020 blieb das Niveau unverändert (0,0%).
- Der Bericht nennt u.a. Kunst- und Antiquitätenverkäufe sowie Online-Juweliere als Faktoren für den Monatsanstieg.
- Der Online-Anteil am Gesamtumsatz sank leicht von 28,3% auf 28,2%, obwohl die Online-Ausgabenwerte im Monatsvergleich stiegen.
Das britische Statistikamt hat am 20. Februar seine erste Schätzung zu den Einzelhandelsumsätzen für Jänner 2026 veröffentlicht. Demnach stieg das Verkaufsvolumen im Einzelhandel saisonbereinigt um 1,8% gegenüber Dezember 2025. Es war der stärkste Monatsanstieg seit Mai 2024. Im Vorfeld hatte der Markt bereits eine Erholung erwartet, nachdem die Daten im November rückläufig und im Dezember nur moderat positiv gewesen waren.
Auch im Dreimonatsvergleich zeigt sich eine leichte Verbesserung: In den drei Monaten bis Jänner 2026 lagen die Volumina um 0,1% höher als in den drei Monaten bis Oktober 2025. Gegenüber dem entsprechenden Dreimonatszeitraum des Vorjahres meldet das Statistikamt ein Plus von 2,6%. Solche Dreimonatswerte werden häufig herangezogen, um die hohe Volatilität einzelner Monate zu glätten und saisonale Effekte besser auszubalancieren.
Für den Jahresvergleich weist der Bericht ein Plus von 4,5% gegenüber Jänner 2025 aus. Gleichzeitig liegt das Einzelhandelsvolumen damit auf dem Niveau von Februar 2020, also vor den pandemiebedingten Verwerfungen: Gegenüber diesem Referenzmonat blieb der Index unverändert (0,0%). Das ist für die Interpretation wichtig, weil es zeigt, dass der jüngste Auftrieb zwar spürbar ist, aber nicht zwingend auf ein strukturell höheres Konsumniveau hindeutet.
Als Treiber des Monatsanstiegs nennt die Veröffentlichung unter anderem hohe Umsätze mit Kunst und Antiquitäten sowie weiterhin starke Verkäufe bei Online-Juwelieren. Neben dem stationären Handel bleibt damit der Online-Kanal ein wichtiger Faktor: Die Online-Ausgabenwerte stiegen im Monatsvergleich, der Anteil am Gesamtumsatz sank jedoch minimal von 28,3% auf 28,2%. Das kann passieren, wenn der stationäre Umsatz noch stärker zulegt oder sich die Zusammensetzung der Nachfrage verschiebt.
Für die Gesamtwirtschaft sind Einzelhandelsdaten ein zentraler Baustein zur Einschätzung des privaten Konsums. Allerdings bilden sie nur den Warenhandel ab; Dienstleistungen – etwa Reisen oder Gastronomie – sind darin nicht enthalten. Zudem können kurzfristige Effekte wie Preisaktionen, Wetter oder Verschiebungen bei langlebigen Gütern Monatswerte stark beeinflussen. Die Einordnung der Jänner-Zahlen wird daher auch von parallel veröffentlichten Daten zu Einkommen, Inflation und Konsumentenstimmung abhängen.