Großbritannien: BRC-Opinium meldet höhere Verbraucherzuversicht im Februar
Der BRC-Opinium-Index zeigt im Februar bessere Erwartungen für Wirtschaft und Konsumausgaben, bleibt aber insgesamt im negativen Bereich.
- Konjunkturerwartung: -30 (Februar) nach -32 (Januar).
- Einschätzung der eigenen Finanzen verbessert sich auf -6 nach -8.
- Erwartete Einzelhandelsausgaben steigen auf 0 nach -6; Gesamtausgaben auf +6.
- Sparerwartung sinkt auf 0 nach +2, was auf weniger Vorsicht hindeutet.
Die Verbraucherzuversicht in Großbritannien hat sich im Februar erneut leicht verbessert. Nach Angaben des British Retail Consortium (BRC) und des Meinungsforschers Opinium stieg die Erwartung der Haushalte zur allgemeinen Wirtschaftslage in den kommenden drei Monaten auf -30, nachdem im Januar -32 gemessen worden war. Die Werte sind als Saldenindikatoren zu verstehen: Ein negativer Wert bedeutet, dass mehr Befragte eine Verschlechterung als eine Verbesserung erwarten.
Auch die Erwartungen zur eigenen finanziellen Situation hellten sich auf. Der entsprechende Index verbesserte sich im Februar auf -6 nach -8 im Vormonat. Gleichzeitig zogen die Ausgabenerwartungen an: Für Einzelhandelsausgaben lag der Index bei 0 nach -6, während die Erwartungen für die Gesamtausgaben auf +6 nach +5 stiegen. Bei der Sparneigung zeigte sich dagegen ein Rückgang auf 0 nach +2, was auf geringere Vorsicht bei Rücklagen schließen lässt.
Die Erhebung wurde laut BRC zwischen 10. und 13. Februar durchgeführt. Der Verband beschreibt die Entwicklung als dritte Verbesserung in Folge und verweist darauf, dass sich die Stimmung damit auf den höchsten Stand seit dem Sommer des Vorjahres bewegt. Gleichzeitig bleibt das Niveau historisch betrachtet schwach, was sich in den weiterhin negativen Erwartungen zur Gesamtwirtschaft widerspiegelt.
Für den Handel sind solche Umfragen ein wichtiger Baustein, weil sie frühe Hinweise auf die Bereitschaft zu diskretionären Ausgaben geben können. Dass die Einzelhandelsausgaben-Erwartung erstmals seit Monaten wieder die Nulllinie erreicht, kann auf eine Stabilisierung in einzelnen Konsumsegmenten hindeuten. Ob daraus tatsächlich höhere Umsätze werden, hängt jedoch auch von Preisentwicklung, Arbeitsmarkt und Finanzierungskosten ab.
In der breiteren Wirtschaftslage überlagern weiterhin mehrere Belastungsfaktoren die positive Tendenz. In einer separaten Unternehmensbefragung wurden zuletzt zwar Verbesserungen in Teilen des Dienstleistungssektors gemeldet, zugleich bleibt die Stimmung bei verbrauchernahen Dienstleistungen deutlich gedrückt. Vor diesem Hintergrund wirkt die Aufhellung bei Haushalten eher wie eine vorsichtige Bodenbildung als wie ein klarer Aufschwung. Zudem bleibt die Kaufkraft vieler Haushalte empfindlich gegenüber Preis- und Zinsbewegungen, was größere Anschaffungen oft verzögert.