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Guardian-Recherche: Obskure Firma mit Verbindungen zu Trump vor Milliardenauftrag für Balkan-Pipeline

AAFS Infrastructure and Energy steht kurz davor, Konzessionen im Wert von über einer Milliarde US‑Dollar für eine Gaspipeline über den Westbalkan zu erhalten; die Firma weist enge Verbindungen zu Personen aus dem Umfeld von Donald Trump auf.

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Titelbild: Guardian-Recherche: Obskure Firma mit Verbindungen zu Trump vor Milliardenauftrag für Balkan-Pipeline
Die Recherche zeigt, dass persönliche Verbindungen zwischen AAFS‑Vertretern und Angehörigen von Trumps Umfeld eine bedeutende Rolle in den laufenden Verhandlungen spielen.

Nach Angaben der britischen Zeitung Guardian steht das in Sarajevo registrierte Unternehmen AAFS Infrastructure and Energy kurz davor, Konzessionen im Wert von mehr als einer Milliarde US‑Dollar zu erhalten, um eine Pipeline über den Westbalkan zu bauen und zu betreiben. Das Projekt soll gasförmige Energie aus den USA importieren und damit Lieferungen aus Russland ersetzen. In Bosnien und Herzegowina wird das Vorhaben als potenziell das wichtigste Infrastrukturprojekt des Landes bezeichnet.

Im Mittelpunkt der Recherche steht die Beobachtung, dass AAFS bislang keine ausgewiesene Erfahrung mit Projekten dieses Umfangs vorweisen kann. Statt technischer Referenzen fallen laut Darstellung vor allem personelle Verbindungen auf: Ein Vertreter von AAFS in Washington ist demnach ein Anwalt, der bereits für die Trumps tätig gewesen sei; ein weiterer enger Mitarbeiter wird als der Bruder des ehemaligen nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten beschrieben. Beide Personen sollen außerdem an Aktivitäten beteiligt gewesen sein, die das Ergebnis der US‑Präsidentschaftswahl 2020 in Frage gestellt haben.

Nach dem Schritt in die Verhandlungen hätten US‑Beamte bosnischen Entscheidungsträgern gegenüber deutlich gemacht, dass die Regierung den Durchbruch für AAFS wünsche, heißt es. Bosnische Gesprächspartner schilderten die Gespräche als heikel; mehrere Quellen aus Bosnien und den USA, die anonym blieben, seien in die Ermittlungen einbezogen worden. Zugleich betonen bosnische Amtsträger die regionalen Risiken: Frühere Friedensabkommen und die fragile ethnische Machtbalance könnten durch verstärkte außenpolitische Einflüsse zusätzlich belastet werden.

Unterdessen beschreibt die Recherche das pragmatische Bild vor Ort: In Sarajevo befindet sich an der angegebenen Adresse ein unscheinbares Büro, dessen lokaler Vertreter, Amer Bekan, das Unternehmen 2021 registrierte. Bekans öffentlich zugänglicher Lebenslauf nennt ihn Investor und Unternehmer; nach eigenen Angaben brachte er später amerikanische Partner ein. Erst mit diesen Partnern habe das Unternehmen signifikante Aufmerksamkeit erhalten. Weder Bekan noch die US‑Partner haben öffentlich dargelegt, wie die Zusammenarbeit zustandegekommen sei.

Daneben wirft die Analyse Fragen nach Transparenz und möglichen Interessenkonflikten auf, weil politische Kontakte und wirtschaftliche Projekte eng verflochten erscheinen. Solche Verflechtungen könnten die politische Debatte in der Region verschärfen und werfen zugleich grundsätzliche Fragen zur Kontrolle großer Infrastrukturvorhaben auf. Konkrete Stellungnahmen von AAFS zu den in der Recherche gezeichneten Zusammenhängen oder zu Details der geplanten Pipeline wurden in dem Bericht nicht wiedergegeben.