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Iran stellt Passage durch Straße von Hormus unter Vorbehalt — Schifffahrt und Energiehandel geraten unter Druck

Teheran will Passage nur noch nach interner Abstimmung zulassen; eine Grafik aus iranischen Medien weist auf mögliche Seeminen hin. London pocht auf gebührenfreie Durchfahrt.

Anna Lena Stahl 1 Min Lesezeit
Titelbild: Iran stellt Passage durch Straße von Hormus unter Vorbehalt — Schifffahrt und Energiehandel geraten unter Druck
Teherans Ankündigung und Hinweise auf Verminung erhöhen die Risiken für Öl- und Gastransporte durch die strategische Meerenge.

Nach Angaben iranischer Medien hat Teheran erklärt, die Passage durch die Straße von Hormus künftig nur noch nach einer internen Abstimmung zu erlauben. Diese Erklärung fiel parallel zu diplomatischen Gesprächen über eine befristete Waffenruhe und sorgt für zusätzliche Unsicherheit im internationalen Schiffsverkehr sowie in der globalen Energieversorgung.

Gleichzeitig verbreiteten halbamtliche Agenturen eine Grafik, die eine mögliche Verminung einer zuvor routinemäßig genutzten Route in der Meerenge nahelegt. Auf dem Schaubild ist entlang der Standardpassage eine als Gefahrenzone markierte Fläche zu sehen; die Darstellung verweist auf Maßnahmen der Revolutionsgarde seit Beginn des Krieges am 28. Februar, lässt jedoch offen, ob die angezeigten Minen noch vorhanden oder bereits geräumt worden sind.

Die Straße von Hormus hat für die Weltenergiebilanz große Bedeutung: Vor Ausbruch des Krieges lieferten über die Meerenge rund ein Fünftel des globalen Öls und Gases. In diesem Kontext können die angekündigten Abstimmungsmechanismen und die Hinweise auf mögliche Seebergungen die Routenwahl verändern, die Transportkosten in die Höhe treiben und kurzfristig zu Preisschwankungen auf den Märkten führen.

Großbritannien bekräftigte unterdessen seine Forderung, dass die Durchfahrt durch die Meerenge gebührenfrei bleiben müsse. Außenministerin Yvette Cooper warnte davor, die grundlegenden Freiheiten der Meere einseitig einzuschränken oder den Zugang für Durchfahrten an einzelne Interessenten zu übergeben. Damit steht London deutlich im Widerspruch zu Bestrebungen, die Kontrolle über die Meerenge auszuweiten.