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Iranische Warnung an Schiffe verschärft Unsicherheit in der Straße von Hormus

Trotz einer vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe bleiben die Transitzahlen in der Straße von Hormus sehr niedrig. Die iranische Marine verbietet Durchfahrten ohne Genehmigung, was Reedereien und Analysten vor operative Risiken stellt.

JKCM Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Iranische Warnung an Schiffe verschärft Unsicherheit in der Straße von Hormus
  • Iran warnt: Schiffe ohne Erlaubnis würden bei Durchfahrt angegriffen
  • seit Waffenruhe nur drei Passagen registriert.

Nach Angaben haben Schiffe in der Golfregion eine klare Warnung der iranischen Marine erhalten, dass Wasserfahrzeuge ohne Genehmigung bei einer Durchfahrt durch die Straße von Hormus angegriffen und zerstört werden könnten. Diese Mitteilung, die von einer Schiffsvermittlung bestätigt wurde, hat die Unsicherheit über sichere Passagebedingungen verstärkt, obwohl kürzlich eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart wurde.

Zugleich zeigen Schiffsbewegungsdaten, dass bis 14:00 BST am 8. April lediglich drei Massengutfrachter — NJ Earth, Daytona Beach und Hai Long 1 — die Meerenge seit Bekanntgabe der Waffenruhe passiert hatten. Zum Vergleich passierten vor dem Ausbruch des Konflikts Mitte bis Ende Februar durchschnittlich rund 138 Schiffe täglich die Straße von Hormus. Branchenanalysten heben hervor, dass deshalb unklar bleibt, ob die wenigen Durchfahrten auf die Waffenruhe zurückzuführen sind oder bereits vorher geplante Ausnahmen darstellen.

Die beobachteten Routen der drei Schiffe deuten auf eine nördlichere Passage nahe der iranischen Küste hin; Analysen zeigen, dass diese Schiffe Teile der Meerenge nahe oder innerhalb iranischer Hoheitsgewässer nutzten. Vor dem Konflikt wichen viele Schiffe auf eine südlichere, zentralere Route aus, um die Engstelle mit geringerem Risiko zu passieren. Die veränderte Routenwahl lässt darauf schließen, dass Schiffsführer und Betreiber derzeit besonders risikobewusst agieren.

Unterdessen mahnen Branchenvertreter zur Vorsicht bei der Interpretation der Waffenruhe. Die befristete Dauer von zwei Wochen und zahlreiche offene Fragen zu praktischen Modalitäten der Passage dürften Reedereien weiter zögern lassen. Solange es keine verlässlichen, öffentlich einsehbaren Regeln für sichere Passage, mögliche Erlaubnisverfahren und Maßnahmen gegen Meeresminen gibt, rechnen maritime Experten nicht mit einer schnellen Rückkehr zu den früheren Durchgangszahlen.

Daneben bleiben viele Schiffe im Golfbereich blockiert oder verzögern ihren Kurs; einige sind bereits voll geladen, weshalb Experten erwarten, dass diese Frachter Priorität bei möglichen Evakuierungen oder Ausfahrten haben werden. Die anhaltende Unsicherheit trifft nicht nur die Energieversorgung, sondern auch Lieferketten für weitere Industrien, die auf die Durchfahrt durch die Engstelle angewiesen sind.