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Irland, Deutschland und die Niederlande ziehen laut Studie verstärkt KI‑Talente an

Europa stärkt seine Rolle als dritter Markt für KI‑Fachkräfte, während die USA und Indien weiter führen

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Irland, Deutschland und die Niederlande ziehen laut Studie verstärkt KI‑Talente an
Analyse von 1,6 Millionen Profilen zeigt Verschiebungen bei Herkunftsländern, Städten und Sektorsektoren.

Nach Angaben einer neuen Analyse wächst Europa als Zielregion für Fachkräfte im Bereich künstliche Intelligenz, bleibt aber hinter den Vereinigten Staaten und Indien zurück, die jeweils fast eine Million Spezialisten stellen. Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von 1,6 Millionen Profilen und unterscheidet zwischen nicht‑technischen Rollen, technischen Spezialisten wie Softwareentwicklern und Datenwissenschaftlern sowie fortgeschrittenen Forschern und KI‑Ingenieuren.

Zugleich rücken einzelne europäische Länder deutlicher in den Fokus: Irland, Deutschland und die Niederlande gewinnen demnach an Bedeutung bei der Anziehung von KI‑Talenten. Das Vereinigte Königreich verzeichnet in absoluten Zahlen rund 145.000 KI‑Fachkräfte und belegt damit global einen der vorderen Plätze. Deutschland fällt besonders durch seine Zahl an KI‑Ingenieuren auf; etwa 17.000 Personen werden dieser Berufsgruppe zugerechnet, womit das Land international zu den führenden Märkten für KI‑Ingenieure gehört.

Innerhalb Europas zeigen kleinere Staaten eine hohe Wettbewerbsfähigkeit pro Kopf. Irland erreicht 4,19 KI‑Fachkräfte pro 1.000 Einwohner und steht damit nur hinter Singapur, weitere Länder mit hoher Dichte sind die Schweiz, Luxemburg, die Niederlande und Dänemark. Auf Stadtebene schaffen es München, Amsterdam und Berlin zu den wenigen europäischen Städten, die weltweit in die Top‑25‑Liste der höchsten Konzentrationen von KI‑Fachkräften aufgenommen werden.

Die Analyse dokumentiert außerdem Verschiebungen in der Herkunft der Talente: Indische Arbeitskräfte stellen inzwischen mehr als 16 Prozent der globalen KI‑Belegschaft, und ihr Anteil in der EU stieg von 7,7 Prozent im Jahr 2024 auf 8,3 Prozent 2025. In Irland macht der Anteil indischer Beschäftigter im KI‑Bereich nahezu 30 Prozent aus, nach rund 21 Prozent im Vorjahr, was Indiens wachsende Bedeutung für Europas KI‑Ambitionen unterstreicht.

Gleichzeitig treten nationale Herausforderungen hervor. Frankreichs Position im Ranking hat sich verschlechtert; Paris bleibt zwar eine Tech‑Metropole, doch das Land hat offensichtlich zunehmend Probleme, internationale Experten zu halten. 2025 gingen die erteilten langfristigen Visa für ausländische Fachkräfte um fast acht Prozent zurück, trotz Maßnahmen wie dem Wegfall einer Steuer auf die Anwerbung von Nicht‑EU‑Beschäftigten. Forscher sehen in Finanzierung und Investitionsgeschwindigkeit Schlüsselfaktoren, die darüber entscheiden, welche Länder Talente binden und anziehen können.

Die Studie liest sich damit nicht nur als Bestandsaufnahme aktueller Verteilungen, sondern als Hinweis auf strukturelle Verschiebungen: Verschärfte US‑Einwanderungsregeln und ein rückläufiges Angebot aus China treiben demnach Talente verstärkt nach Europa. Gleichzeitig bestimmen nationale Politik, Finanzierungsdynamiken und die Präsenz internationaler Fachkräfte maßgeblich die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Länder.