Pentagon setzt Gemini ein: DOD erweitert KI‑Partnerkreis nach Anthropic‑Blacklisting
Pentagon bestätigt Nutzung von Googles Gemini für klassifizierte Aufgaben und warnt vor Abhängigkeit von einzelnen Anbietern.
- Cameron Stanley: Übermäßige Bindung an einen Anbieter ist problematisch
- das DOD setzt neben OpenAI jetzt auch Gemini ein.
Nach Angaben des Pentagon‑KI‑Chefs Cameron Stanley hat das US‑Verteidigungsministerium seinen Kreis externer KI‑Partner erweitert und verwendet nun auch Googles Gemini‑Modell für klassifizierte Projekte. Die Entscheidung folge der früheren Blacklistung von Anthropic als Lieferkettenrisiko, sagte Stanley in einem Interview mit CNBC. Demnach sei Gemini für bestimmte geschützte Arbeitslasten zugelassen worden, während die konkreten Details der Vereinbarungen nicht öffentlich gemacht wurden.
Gleichzeitig warnte Stanley davor, sich zu stark auf einen einzigen Anbieter zu verlassen. Er betonte, dass Überabhängigkeiten gerade im Softwarebereich erhebliche Risiken bergen und deshalb mehrere Anbieter eingebunden würden. Neben der Einbindung von Gemini arbeite das Verteidigungsministerium weiterhin mit OpenAI und weiteren Partnern zusammen, um die Fähigkeiten der Streitkräfte zu modernisieren und flexible Optionen für unterschiedliche Einsatzszenarien zu behalten.
Die rechtliche Lage ist derzeit zersplittert: Ein Bundesberufungsgericht in Washington wies einen Antrag von Anthropic zurück, die Blacklist vorläufig auszusetzen, während ein Richter in San Francisco in einem separaten Verfahren eine einstweilige Verfügung erließ, die die Durchsetzung eines Verbots gegen Anthropic durch die Verwaltung vorläufig blockiert. Infolge dieser gegensätzlichen Entscheidungen ist Anthropic von DOD‑Aufträgen ausgeschlossen, kann aber weiterhin mit anderen Regierungsstellen zusammenarbeiten, solange die Rechtsstreitigkeiten andauern.
Stanley hob zudem konkrete Effekte des Einsatzes von Gemini hervor: Die Nutzung des Modells spare nach seinen Angaben wöchentlich tausende Arbeitsstunden und führe so zu Zeit‑ und Kostenersparnissen für Einsatzkräfte. Zugleich stieß die Vereinbarung innerhalb von Google auf Widerstand: Mehr als 700 Mitarbeiter unterzeichneten einen Brief an den Konzernchef, in dem sie forderten, keine klassifizierten Arbeitslasten zu übernehmen, weil solche Einsätze potenziell schädliche Anwendungen ermöglichen könnten.
Daneben unterstrich Stanley das übergeordnete Ziel, die besten Ergebnisse für die Streitkräfte zu erzielen, indem das DOD die geeignete Technologie für den jeweiligen Einsatzzweck auswähle. Die Entscheidung, mit mehreren Anbietern zu arbeiten, spiegele deshalb sowohl strategische Vorsicht gegenüber Lieferkettenrisiken als auch das Bestreben wider, technische Optionen offenzuhalten und damit operative Resilienz zu stärken.