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JPMorgan-Analystin: ‚Simple math‘ legt weiteren Anstieg der Ölpreise nahe

Analyse nennt Produktionsausfall, Bestandsabbau und Nachfragerückgang – verbleibendes Defizit dürfte in Europa und den USA zusätzlichen Preisdruck erzeugen

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: JPMorgan-Analystin: ‚Simple math‘ legt weiteren Anstieg der Ölpreise nahe
JPMorgan rechnet vor, dass Brent- und Spotpreise weiter anziehen müssten, damit Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen.

Nach Angaben der JPMorgan-Analystin Natasha Kaneva reicht die derzeitige Preisentwicklung am Ölmarkt noch nicht aus, um das durch den Iran‑Krieg entstandene Angebotsdefizit zu schließen. Brent-Futures lagen im April im Schnitt bei etwa 100 US-Dollar pro Barrel, während Spotpreise für tatsächliche Lieferungen näher an 121 US-Dollar notierten, schreibt Kaneva in ihrer Einschätzung.

Die Analystin beziffert den direkten Produktionsausfall im April auf 13,7 Millionen Barrel pro Tag (bpd). Normalerweise könnten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate einen Großteil dieses Ausfalls durch zusätzliche Produktion auffangen; derzeit seien sie allerdings faktisch ausgeschnitten, weil Exporte durch die Straße von Hormus behindert sind. Dadurch falle der klassische Markt‑Stoßdämpfer weitgehend weg.

Mit dem begrenzten Zugang zu Kapazitäten aus dem Mittleren Osten würden Länder kommerzielle und strategische Vorräte um geschätzt 7,1 Millionen bpd abbauen, womit das globale Defizit auf rund 6,6 Millionen bpd schrumpfe. Zugleich erwartet JPMorgan für April einen Nachfragerückgang von rund 4,3 Millionen bpd, vor allem in der kriegsbetroffenen Region und in Asien. Diese Nachfragereduktion senke das verbleibende Defizit auf etwa 2,3 Millionen bpd.

Zugleich warnt die Analyse vor bereits spürbaren Engpässen bei Diesel und Flugbenzin in Europa. Die USA seien dank robuster inländischer Produktion und Bestandsreserven besser gepuffert, doch auch dort zeigten sich erste Nachfragesignale: Höhere Spritpreise dämpften Freizeitfahrten, und steigende Flugpreise begännen, das Flugverkehrsaufkommen zu reduzieren. Insgesamt zieht JPMorgan daraus die nüchterne Schlussfolgerung, dass die aktuellen Spot‑ und Futures‑Niveaus nicht ausreichen, um das Angebotsloch zu schließen, und dass weitere Preissteigerungen zu erwarten sind.