JKCM News
Startseite
Technologie

Kaiserpinguin und Antarktischer Seebär auf IUCN‑Rotliste nun als 'bedroht' eingestuft

IUCN stuft Kaiserpinguin und Antarktischen Seebären als 'bedroht' ein – Meereisverlust und Nahrungsmangel gelten als treibende Faktoren.

Euronews/JKCM 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kaiserpinguin und Antarktischer Seebär auf IUCN‑Rotliste nun als 'bedroht' eingestuft
Schrumpfendes Meereis und wärmere Ozeane verringern Brutplätze und verschieben Krillbestände, was beide Arten stark belastet.

Nach Angaben der International Union for Conservation of Nature (IUCN) wurden der Kaiserpinguin und der Antarktische Seebär neu in die Kategorie Endangered (bedroht) der Roten Liste eingestuft. Die Neubewertung, veröffentlicht am 11. April 2026, macht vor allem Veränderungen des Meereises und sinkende Nahrungsverfügbarkeit infolge des Klimawandels für die Bestandsrückgänge verantwortlich.

Im Mittelpunkt der Einschätzung zum Kaiserpinguin stehen langfristige Modellrechnungen, die ohne deutliche Reduktionen der Treibhausgasemissionen bis in die 2080er Jahre von einer möglichen Halbierung der Population ausgehen. Satellitenbeobachtungen belegten bereits einen Rückgang von rund zehn Prozent zwischen 2009 und 2018, was mehr als 20.000 erwachsenen Vögeln entspricht. Entscheidendes Element für den Fortbestand der Art ist das sogenannte Fast Ice: Dieses fest an der Küste oder an auf Grund gelaufenen Eisbergen verankerte Meereis dient als Brut- und Mauserplatz; bricht es vorzeitig ein, drohen Küken zu ertrinken und Brutplätze gehen verloren.

Gleichzeitig wurde der Antarktische Seebär von Least Concern auf Endangered herabgestuft. Die IUCN nennt für die reifen Tiere einen Rückgang von etwa 2,187 Millionen im Jahr 1999 auf 944.000 im Jahr 2025. Als zentraler Mechanismus wird ein durch steigende Meerestemperaturen bedingtes Verschieben des Krillvorkommens in tiefere, kühlere Wasserschichten angegeben, wodurch die Nahrungsverfügbarkeit für die Robben stark sinkt und die Überlebensraten der Jungtiere leiden.

Daneben hebt die IUCN weitere Belastungsfaktoren hervor, etwa veränderte Räuberdynamiken sowie Konkurrenz mit Bartenwalen, die ebenfalls Krill nutzen. Zugleich betonen Expertinnen, dass diese Neubewertungen kurz vor dem Treffen der Vertragsstaaten des Antarktisvertrags im Mai Entscheidungsträgern konkrete Daten für Schutzmaßnahmen liefern sollen. Die Bewertungen machen deutlich, wie verwundbar antarktische Arten gegenüber schnellen Änderungen in Meereis- und Nahrungsnetzstrukturen sind.