Kanada: BIP schrumpft im vierten Quartal 2025 um 0,2% – Lagerabbau bremst
Statistics Canada führt den Rückgang im vierten Quartal vor allem auf einen kräftigen Abbau von Unternehmensbeständen zurück.
- Reales BIP: -0,2% im Q4 2025 nach +0,6% im Q3.
- Lagerbestände: stärkster Gegenwind, besonders in der Industrie.
- Exporte: +1,5% im Q4; privater Konsum: +0,4%.
- Jahreswachstum 2025: +1,7% – niedrigstes Plus seit 2020.
- Sparquote der Haushalte: 4,4% (Q3: 5,2%).
Die kanadische Wirtschaft hat das Jahr 2025 mit einem Rückgang beendet. Nach Angaben von Statistics Canada sinkt das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2025 um 0,2% gegenüber dem Vorquartal, nachdem es im dritten Quartal um 0,6% gestiegen war. Pro Kopf bleibt die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal unverändert. Damit bestätigt sich ein Muster aus schwankender Dynamik, bei dem einzelne Quartale stark von Lager- und Außenhandelseffekten geprägt sind.
Der zentrale Belastungsfaktor im vierten Quartal ist der Abbau von Unternehmensbeständen. Nach Aufstockungen in den Vorquartalen ziehen Unternehmen nun Bestände ab; die größten Entnahmen fallen in der verarbeitenden Industrie an, gefolgt vom Großhandel. Im Einzelhandel sinken insbesondere die Bestände von Kraftfahrzeugen. Solche Lagerbewegungen können kurzfristig das Wachstum stark verschieben, ohne dass sich Nachfrage und Produktion im gleichen Ausmaß verändern.
Gleichzeitig gibt es stützende Komponenten. Die Exporte steigen im vierten Quartal um 1,5% und bauen die Zuwächse aus dem dritten Quartal aus. Der private Konsum legt um 0,4% zu, getragen von Dienstleistungen; bei Waren sinken die Ausgaben zum zweiten Mal in Folge, unter anderem wegen geringerer Käufe neuer Pkw. Die staatlichen Investitionen tragen ebenfalls positiv bei: Die gesamten Anlageinvestitionen steigen um 0,8%, wobei besonders staatliche Ausgaben für Waffensysteme hervorgehoben werden.
Im Gesamtjahr 2025 wächst das reale BIP um 1,7% und damit so langsam wie seit dem Rückgang im Jahr 2020 nicht mehr. Statistics Canada nennt niedrigere Exporte – insbesondere in die USA – als wichtigsten Faktor für das verlangsamte Jahreswachstum. Trotz eines Exportanstiegs zum Jahresende liegt der Exportwert 2025 insgesamt 1,7% unter dem Vorjahr; die Importe sinken im Jahresverlauf um 0,4%.
Für Haushalte ist auch die Sparquote ein Signal: Sie fällt im vierten Quartal auf 4,4% nach 5,2% im dritten Quartal, weil die nominalen Ausgaben schneller wachsen als die verfügbaren Einkommen. Für die nächsten Monate wird entscheidend sein, ob der Lagerabbau ausläuft und sich Investitionen sowie Handel stabilisieren. Die nächste Veröffentlichung zu BIP nach Einkommen und Ausgaben für das erste Quartal 2026 ist für Ende Mai angekündigt.