Kommentar: Es ist Zeit für einen Regimewechsel in Ungarn
Die Parlamentswahl wird als Abstimmung über Viktor Orbán gewertet; ein Regierungswechsel könnte Rechtstaatlichkeit und Konjunktur neuen Auftrieb geben.
Nach Angaben des vorliegenden Kommentars ist die kommende Parlamentswahl in Ungarn vor allem ein Referendum über Viktor Orbán. Der seit 16 Jahren amtierende Regierungschef wirke erschöpft; die Vorstellung, ihn weitere vier Jahre an der Spitze zu behalten, störe viele Bürger. Orbáns Kampagne folgt erneut einem vertrauten Freund-Feind-Schema und setzt diesmal auf die These, das Land gegen die Ukraine verteidigen zu müssen. Dieses Narrativ jedoch verliere zunehmend an Zugkraft und mobilisiere nicht mehr wie früher.
Im Mittelpunkt der Debatte steht Peter Magyar von der konservativen Tisza-Partei, der als jüngerer Oppositionskandidat die bestehende Wechselstimmung kanalisiere. Magyar werde als Gesicht einer möglichen Erneuerung wahrgenommen; ihm werde das Potenzial zugeschrieben, Jahre der Korruption und Misswirtschaft zu beenden. Seine Kandidatur biete eine konkrete Alternative zur gegenwärtigen Führung und verleihe vielen unzufriedenen Wählern eine Stimme.
Zugleich spielt die wirtschaftliche Lage eine zentrale Rolle für die Wahlentscheidung. Inmitten ökonomischer Schwierigkeiten erscheine vielen Ungarn ein politischer Neustart besonders attraktiv. Der Kommentar betont, dass ein Regierungswechsel nicht bloß symbolisch bleiben dürfe, sondern substanzielle Reformen nötig seien, um Vertrauen wiederherzustellen und die Funktionsfähigkeit von Verwaltung und Justiz zu sichern.
Daneben wird hervorgehoben, dass die Veränderungen tiefgreifender ausfallen müssten als ein üblicher Machtwechsel. Orbán habe Staat und Gesellschaft so nachhaltig umgestaltet, dass Experten von einem Regimewechsel sprächen; dies erfordere womöglich einen weitreichenden Austausch in den Führungsgremien der Institutionen. Nur durch konsequente Reformschritte lasse sich laut Kommentar die Rechtsstaatlichkeit stärken und die wirtschaftliche Erholung fördern.
Inzwischen richtet sich der Blick vieler Ungarn auf die praktischen Folgen eines Machtwechsels: Es gehe nicht nur um den Stuhlwechsel im Parlament, sondern um die Wiederherstellung funktionierender Institutionen, die Bekämpfung von Misswirtschaft und die Schaffung von Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum. Der Kommentar schließt mit dem Appell, dass ein möglicher Regierungswechsel konkrete politische Maßnahmen nach sich ziehen müsse, damit Erwartung und Hoffnung nicht enttäuscht werden.