Mehr als 500 Festnahmen bei Protest gegen Verbot von Palestine Action in London
Die Metropolitan Police nahm Hunderte bei einer Kundgebung in Trafalgar Square fest, nachdem Teilnehmerinnen und Teilnehmer Unterstützung für die verbotene Gruppe Palestine Action gezeigt hatten.
Nach Angaben der Metropolitan Police wurden am Samstag bei einer Kundgebung gegen das Verbot der Gruppe Palestine Action mehr als 500 Menschen in zentralen Bereichen Londons festgenommen. Die Behörde erklärte, die Maßnahmen seien ergriffen worden, weil Teilnehmende Unterstützung für eine als terroristisch eingestufte Organisation gezeigt hätten; die Altersspanne der Festgenommenen reichte demnach von 18 bis 87 Jahren.
Im Mittelpunkt der Proteste stand Trafalgar Square, wo Hunderte Menschen mit Transparenten und Schildern zusammenkamen. Unter dem Namen Everyone Day hatte die Gruppe Defend our Juries zur Demonstration aufgerufen und angekündigt, den anhaltenden Widerstand gegen das Verbot von Palestine Action zu zeigen. Auf einigen Plakaten forderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Demonstrationsrecht ein, andere äußerten öffentlich ihre Ablehnung der Regierungen der USA und Israels.
Zugleich ist die rechtliche Lage komplex: Supporting Palestine Action war im Juli 2025 unter dem Terrorism Act verboten worden. Ein High‑Court‑Urteil im Februar erklärte das Verbot zwar für rechtswidrig, es blieb jedoch vorläufig in Kraft, während die Regierung Berufung einlegte. Nach dem Gerichtsurteil hatte die Metropolitan Police zunächst signalisiert, Festnahmen seien unwahrscheinlich; im März kündigte sie jedoch an, erneut gegen öffentliche Unterstützung der Gruppe vorzugehen. Vor der Veranstaltung wies die Polizei ausdrücklich auf mögliche strafrechtliche Folgen hin und forderte Anwesende auf, die Risiken zu bedenken.
Inzwischen bestätigte die Einsatzleitung einen Anstieg der Zahl der Festnahmen im Laufe des Tages: Zunächst meldete die Polizei um 16:50 BST 212 Festnahmen; bis 23:07 BST stieg die Zahl den Angaben zufolge auf 523. Zu den Inhaftierten gehörte nach Berichten auch der Musiker Robert Del Naja, Gründungsmitglied der Band Massive Attack. Einige Teilnehmer erklärten öffentlich, sie hätten das Risiko einer Festnahme in Kauf genommen.
Daneben dankte die Führung der Metropolitan Police den eingesetzten Kräften für deren Arbeit und Professionalität. Die Behörde betonte, sie werde handeln, wenn das Gesetz gebrochen werde, und unterstrich erneut, dass das Zeigen von Unterstützung für eine verbotene Organisation strafrechtliche Konsequenzen haben könne.