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Mitarbeiter eines US-Rüstungsunternehmens bei Drohnenangriff in Erbil getötet, Kollegen berichten von Druck zu bleiben

Bei einem Drohnenangriff auf die Airbase in Erbil wurde ein kenianischer V2X-Mitarbeiter getötet; Kollegen sagen, das Unternehmen habe Personal trotz Gefahr nicht evakuiert.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mitarbeiter eines US-Rüstungsunternehmens bei Drohnenangriff in Erbil getötet, Kollegen berichten von Druck zu bleiben
Kollegen berichten, V2X habe Mitarbeiter trotz Evakuierungsappellen im Irak gehalten, während andere Auftragnehmer ihr Personal abgezogen hätten.

Nach Angaben von Mitarbeitern wurde ein Angestellter des US-Rüstungsunternehmens V2X in der Nacht zum 24. März bei einem Drohnenangriff auf die Airbase in Erbil getötet. Der Mann stammte aus Kenia. Fünf weitere Beschäftigte aus Kenia und Indien wurden verletzt; einer von ihnen befindet sich demnach in kritisch schwerem Zustand mit ausgedehnten Verbrennungen.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht das Verhalten der Firmenleitung: Rund 45 V2X-Beschäftigte sollen weiterhin auf der Basis verblieben sein, obwohl andere US-Auftragnehmer wie Lockheed Martin und Amentum ihr Personal bereits einige Wochen zuvor evakuiert hätten. Mitarbeiter berichten von wachsender Angst und einem Klima der Einschüchterung, in dem Sicherheitsanfragen auf Ablehnung stießen und Führungskräfte mit negativen beruflichen Folgen für einen Abzug drohten.

Nach dem Schritt, so schildern Betroffene, habe V2X den verbleibenden Angestellten mitgeteilt, die Lage sei nicht gravierend genug für eine firmenseitige Evakuierung. Eine eigenständige Abreise werde als freiwilliger Rücktritt gewertet, hieß es demnach. Mehrere Quellen gaben an, sie fühlten sich dadurch gezwungen zu bleiben, da ihnen berufliche Nachteile oder eine spätere Nichtwiederanstellung angedroht worden seien.

Zugleich kritisieren Mitarbeiter die Sicherheitsbedingungen ihrer Unterbringung. Die Mehrheit der verbliebenen V2X-Mitarbeiter lebe seit Ausbruch des Konflikts in einem Hotel in Erbil, das nach Darstellung der Beschäftigten keinen Sicherheitscheckpunkt habe und für die Öffentlichkeit zugänglich sei. Einige äußerten zudem die Sorge, dass besonders US-amerikanische Kollegen Ziel von lokal pro-iranischen Milizen werden könnten.

Inzwischen stehen die Schilderungen vor dem Hintergrund wiederholter Warnungen amerikanischer Behörden für die Region, dass Staatsangehörige erhöhte Vorsicht walten lassen und, wenn möglich, ausreisen sollten. Konkrete Stellungnahmen von V2X, Lockheed Martin oder Amentum lagen den Beschäftigten zufolge nicht vor, während die Vorwürfe unter den Mitarbeitern anhaltende Verunsicherung und Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen auslösen.