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Norwegen startet unabhängige Untersuchung der Epstein‑Akten, Vertrauen in Demokratie soll wiederhergestellt werden

Unabhängige Kommission soll Verbindungen zwischen Jeffrey Epstein und norwegischen Politikern sowie Beamten über mehr als 30 Jahre untersuchen; mehrere polizeiliche Ermittlungen laufen bereits.

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Titelbild: Norwegen startet unabhängige Untersuchung der Epstein‑Akten, Vertrauen in Demokratie soll wiederhergestellt werden
Untersuchung reicht bis in die Vorbereitungen der Oslo‑Abkommen und prüft mögliche Folgen für norwegische Interessen und die nationale Sicherheit.

Nach Angaben des Vorsitzenden des parlamentarischen Kontrollelsausschusses hat das norwegische Parlament eine unabhängige Kommission eingesetzt, die Hinweise aus den Jeffrey‑Epstein‑Akten prüfen soll. Das Gremium war einstimmig per Parlamentsbeschluss eingesetzt worden und nahm am Mittwoch seine Arbeit auf.

Im Mittelpunkt des Auftrags steht eine Untersuchung, die mehr als 30 Jahre zurückreicht und auch die Zeit vor den Oslo‑Abkommen 1993–95 umfasst. Geprüft werden dem Mandat zufolge Beziehungen zwischen Epstein und seinem Netzwerk sowie gegenwärtigen oder früheren norwegischen Politikern und Beamten. Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage, ob solche Verbindungen Folgen für norwegische Interessen und die nationale Sicherheit hatten.

Nach dem Schritt soll die Kommission zudem untersuchen, inwieweit Norwegen sich um Führungspositionen in internationalen Organisationen bemüht hat und wie Entwicklungs‑ und andere öffentliche Mittel in diesem Kontext verteilt wurden. Mehrere polizeiliche Ermittlungen laufen bereits parallel; relevante Erkenntnisse der Kommission sollen an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.

Zugleich begründete Per‑Willy Amundsen, der das parlamentarische Gremium leitet, die Einsetzung mit dem Vertrauensverlust in Politik und Institutionen infolge der Veröffentlichungen. Norwegen werde gemeinhin als offenes, demokratisches und weitgehend korruptionsfreies Land wahrgenommen, doch die Akten hätten diese Selbstwahrnehmung erschüttert. Daher sei eine rechtlich geschützte, unabhängige Aufarbeitung von zentraler Bedeutung, sagte Amundsen.

Daneben hatte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bereits eingeräumt, die Akten zeigten, dass Einfluss käuflich gemacht und missbraucht werden könne, und forderte eine umfassende Aufklärung. Die nun eingesetzte Kommission soll diese Aufgabe übernehmen und die Ergebnisse dem Parlament präsentieren, damit gegebenenfalls politische und rechtliche Schritte folgen können.